Ronacher mischt mit
Die Ronachers - eine Familie, ohne die der Aufstieg des Tourismusortes Bad Kleinkirchheim undenkbar gewesen wäre. Seit hundert Jahren wird die touristische Qualität am Hause Ronacher gemessen.

Foto © Koscherv.l.n.r. vorne: Günther, Sophie und Helga Ronacher, hinten: Simone und Markus Ronacher
Hans Ronacher hatte Visionen. Als er 1908 das erste Hotel mit 60 Betten in dem bäuerlichen Dorf baute, glaubte er daran, dass die Kathreinquelle und die neue Tauernbahn Ursprung des Tourismus werden würden. Er rechnete allerdings nicht mit den Stolpersteinen, die die abgelegene Gegend mit sich bringen würde. Wenn er honorige Gäste mit dem Ochsengespann vom Bahnhof Spittal abholte, geschah es nicht selten, dass sie absteigen und die steile Strecke ober Radenthein zu Fuß gehen mussten, weil die Ochsen streikten. Ronacher reagierte auf den Unmut der Gäste diplomatisch: Er tauchte so lange ab, bis der Zorn verraucht war.
Begeisterte Gäste. Gastfreundschaft war immer oberste Prämisse. Eine Tante, die Günther Ronacher später adoptieren sollte, schrieb ihrer Mutter von begeisterten Ronacher-Gästen: "So rein und ordentlich sei es nirgends, wie bei euch."
Ronacher mischt mit. Nach der Hotelfachschule übernahm Günther Ronacher die Hotelführung, mit 21 war er Obmann des örtlichen Tourismusvereines. "Wir hatten zwar kaum Tourismus, aber einen Obmann", meint er schelmisch. Im touristischen Geschehen mischte er ordentlich mit: als Präsident der Österreichischen Hoteliersvereinigung, im Gemeinderat, bei der Erfa-Gruppe, die er mit gleichgesinnten Kärntner Hoteliers gründete. "Entweder du mischt mit oder du gibst dich mit dem zufrieden, was andere mischen."
Dass es in beiden Häusern, Thermenhotel und Alte Post, so gut laufen konnte, war auch seiner Frau Helga zu verdanken - einer Oberösterreicherin, die er am Weißensee kennen gelernt hat. Die junge Hotel-Rezeptionistin fiel ihm nicht nur wegen ihres hübschen Aussehens auf, sondern auch, weil sie die Bad Kleinkirchheimer Bus-Gruppe noch lange nach der Sperrstunde mit Kuchen und Kaffee bewirtete. Helga sollte die personifizierte Gastfreundschaft werden: "Seit den 70er-Jahren wanderte ich mit meinen Gästen, Kollegen haben mich dafür belächelt." Professionelle Gastfreundschaft, gepaart mit ständiger Innovation, machen noch heute das Ronacher-Flair aus. Was könnte den Wohlfühlfaktor besser ausdrücken, als ein Fanclub von treuen Gästen.
Vollblut-Hoteliers. Längst haben Sohn Markus und seine Frau, die Vollblut-Hotelierin Simone, das Kommando in den beiden Hotels übernommen. Markus in der Post, Simone im Thermenhotel. "Ein Kilometer Trennung hat gewisse Vorteile", so Markus. Schwester Eva ist Shiatsu-Expertin, Schwester Elisabeth lässt sich in der Fachhochschule für Soziales ausbilden.
Qualitäts-Millionen. Es vergeht kein Jahr, in dem nicht Millionen in die Qualität der Hotels investiert wird. Auch Simone mischt kräftig in der Interessenspolitik mit. Die Tochter der Vierhauben-Köchin Johanna Maier ist Präsidentin der Hoteliersvereinigung in Kärnten. In dritter Generation wächst schon Töchterchen Sophie (6) heran. So wie sie auf Gäste zugeht, ist damit zu rechnen, dass sie eine richtige Ronacher wird.
Features
Ronacher-Imperium
Fünfsterne-Thermenhotel Ronacher mit 95 Zimmern und elf großzügigen Suiten. Eigenes Thermalwasser
Der Relax-Guide zeichnete den Wellnessbereich mit vier Lilien aus, der Gault Millau die Küche mit zwei Hauben.
Viersterne Hotel "Die Post" mit 73 Zimmern und 25 Suiten
170 Mitarbeiter in beiden Häusern













