Stift Millstatt: Zubau muss geändert werden
Gemeinde Millstatt gab ohne Einbeziehung des Bundesdenkmalamtes grünes Licht für Kiosk-Zubau. Bauarbeiten wurden eingestellt. Jetzt wird Projekt geändert.

Foto © PirkerDie Gemeinde Millstatt "vergaß" bei diesem Kiosk-Zubau zum Stift, das Bundesdenkmalamt einzubinden. Jetzt gibt es amtliche Veränderungen
Millstätter wundern sich, dass beim Zubau des Souvenier-Geschäftes beim Stift Millstatt an der Bundesstraße seit Wochen nicht weitergebaut wird. Wie sich herausstellte, hat das Bundesdenkmalamt Ende Jänner "eine Weiterführung der Bautätigkeit erst nach einer Genehmigung unseres Amtes" gefordert und den Bau eingestellt. Im Schreiben des Bundesdenkmalamtes Klagenfurt an Bürgermeister Josef Pleikner ist unter anderem nachzulesen, dass "an das unter Denkmalschutz stehende Stiftsgebäude ein etwas eigentümlich aussehender Rohbau angebaut wurde". Das Amt wies Pleikner darauf hin, dass das Bundesdenkmalamt als Behörde in alle Bau-Entscheidungsmaßnahmen einzubinden sei.
Bauherr unschuldig. Keine Schuld trifft den Bauherrn Gerd Oberzaucher. Denn er suchte ordnungsgemäß um den Ausbau an, von der Marktgemeinde erhielt er die Baugenehmigung. "Wir haben uns an vor einigen Jahren vom Bundesdenkmalamt geprüfte Pläne gehalten, die Grundlage unserer Genehmigung", sagt Pleikner und will von einer Baueinstellung nichts wissen. Denn die Kärntner Ortsbildpflegekommission habe sich vor einer Woche den Sachverhalt vor Ort angeschaut und dort die Entscheidung zum Weiterbau nach Gestaltungsplänen von Dietmar Müller (Napoleonstadl Klagenfurt) gefällt. Es wird "eine völlig andere Fassade entstehen, die Holzkonstruktion wird entfernt", sagt Landeskonservator Axel Hubmann, und: "Die Mehrkosten versuchen wir abzufedern, denn der Bauherr darf nicht zum Handkuss kommen."
Keine Mehrkosten. Pleikner sieht keine Mehrkosten, im Notfall würde der "Gestaltungsfonds des Landes helfen. Außerdem ist die Sache im Wahlkampf hochstilisiert worden". Zufrieden zeigt sich Bauherr Oberzaucher: "Ich bin froh, dass ich weiterbauen kann."
Features
Fakten
Um 1070 wurde das Stift gegründet und von Benediktinern verwaltet. Nach einem Brand wurde es um 1200 wieder aufgebaut, um 1289 passierte ähnliches erneut. 1497 endete der Ausbau des Stiftes zur Festung der St.Georgs-Ritter.
1773 wurde das Kloster aufgelassen, heute steht es unter Verwaltung durch die Österreichischen Bundesforste.













