Mit dem Kanu "sanft" Oberwasser gewinnen
Oberes Drautal soll sich zum Eldorado für Kanuten entwickeln. Studenten erstellten für den Outdoorpark ein Konzept für den sanften Tourismus.

Foto © KK/Franz GerdlDie Landschaft vom Wasserweg aus genießen. Sanftes Naturerlebnis ist die Kernaussage des neuen Kanu-Konzepts im Oberen Drautal
Am Wasser gleitend idyllische Landschaften erkunden, rund herum nur das Plätschern des Wassers und die Stimmen der Natur. An der frischen Luft abschalten und trotzdem einen Hauch von Abenteuer spüren. Diese besondere Entdeckungsreise soll bald im Oberen Drautal für jedermann möglich sein. Unter der Leitung des Oberdrauburger Studenten Thomas Oberlechner erstellten nun vier Studenten der Fachhochschule Villach mit dem Outdoorpark Oberdrautal einen Geschäftsplan, der den Kanu- und Paddeltourismus auf der Drau geschäftsfähig machen soll.
Konkrete Pläne. Schon im Frühjahr soll in Oberdrauburg in Zusammenarbeit mit der Gemeinde neben Bundesstraße und Bahnhof eine zentrale Einstiegs- und Infostelle für Kanuten entstehen. "Dafür stehen uns 10.000 Euro, die wir beim Grips-Preis des Landes gewonnen haben, zur Verfügung", erklärt Eckart Mandler vom Outdoorpark. Entlang der 60 Kilometer langen Flussstrecke soll es in allen acht Gemeinden Ein- und Ausstiegsstellen geben. "Da muss nicht viel gemacht werden. Es gibt schon schöne Anlandeplätze, die auch für die Flößertage genutzt werden", sagt Mandler. In Dellach wurde bereits bei einem Life-Projekt eine "Drau-Oase" realisiert, die Kanuten als Rast- und Einstiegsplatz dienen soll. Dort ist weiters in Kooperation mit der Gemeinde ein Kanu-Camp geplant. Mandler: "Einen Campingplatz gibt es schon. Kanuten sind oft Campingurlauber, deshalb wird auch diese Sparte davon profitieren. Der Campingplatz in Irschen hat das Thema schon aufgenommen."
Sanfte Mobilität. "Die Leute sollen in jeder Gemeinde ein- und aussteigen können. Durch die Nähe zur Bahn könnten sie mit dieser auch zurückfahren. Ein Leichtbau-Kanu ist in etwa so schwer wie ein Fahrrad und daher relativ leicht zu tragen. Das ganze Konzept ist schon auf sanfte Mobilität ausgerichtet. Alles muss im Einklang mit Natur- und Umweltschutz geschehen. Die Obere Drau ist ja ein geschütztes Natura-2000-Gebiet", erklärt Mandler, für den der Paddeltourismus ein erfolgversprechender Nischenmarkt, ähnlich dem Drachenfliegen und Paragleiten, ist. "Kanuwandern soll aber nicht nur touristisches Angebot sein, sondern auch Einheimische dazu bringen, die Landschaft allein oder in Gruppen aus einem anderen Blickwinkel kennen zu lernen."
Entschleunigung. "Die Drau ist bei uns sehr naturbelassen mit Aufweitungen, unverbauter Aulandschaft und hat eine ruhige Fließgeschwindigkeit von durchschnittlich sieben bis acht Kilometern pro Stunde. In zwei Stunden fährt man so durch zwei Gemeinden und kann die Umwelt wirklich in Ruhe genießen. Ruhe und Entschleunigung, die Natur intensiv wahrnehmen, das steht bei uns im Mittelpunkt", erklärt Mandler den Unterschied etwa zum Raften, wie es im Mölltal erfolgreich angeboten wird. Wer nicht allein mit dem Kanu oder Paddelboot auf Drau-Entdeckungstour gehen will: Bei Peter Unterluggauer in Kötschach-Mauthen kann man bereits Fahrten auf der Drau buchen. "Wir möchten Kanufahrten mit Führern ausbauen, in weiterer Zukunft auch einen fix bei uns stationierten ausgebildeten Naturführer und eine Kanu-Verleihstelle haben", sagt Mandler.
Features
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Die Drauoase in Dellach soll Kanuten und Radfahrern zur Erholung dienenFoto © KK/Privat
Outdoorpark
Kanu: Oberbegriff für alle Wassersportgeräte, die mit Paddeln in Blickrichtung bewegt werden.
Geschichte: Die Inuit - ein alter Volksstamm in Alaska - erfanden das Kajak, eine Sonderform des Kanus. Englische Kapitäne brachten im 16. Jahrhundert erste Kanus nach Europa. Studenten führten sie von dort im 18. Jahrhundert nach Deutschland.
Kanuwandern: Heute wird die Zahl der Kanuten weltweit auf 1,2 bis 1,4 Millionen geschätzt. Allein in Deutschland gibt es über 1300 Kanuvereine mit rund 114.000 organisierten Mitgliedern. Das genussvolle Kanuwandern zählt zur beliebtesten Art, diesen Sport auszuüben.
Outdoorpark: Der Outdoorpark Oberdrautal mit Oberdrauburg, Irschen, Dellach, Berg, Greifenburg, Steinfeld, Kleblach-Lind und Sachsenburg wurde 2008 als touristische Marke gegründet. Das Motto "Nimm Auszeit in der Natur" soll die Region mit Tourenschi gehen, Schneeschuh- und Kanuwandern, Drachenfliegen als perfektes Outdoor-Paradies positionieren.
Tourismus: Die Region hat pro Jahr knapp 300.000 Nächtigungen, davon 90 Prozent im Sommer. 86.000 Nächtigungen im Campingsektor.













