Die Urforelle kehrt nach Mallnitz zurück
Erstmals wurde aus Kärntner Nachzüchtung diese einheimische Bachforelle in Mallnitz eingesetzt. Lebensraum der Urforellen war durch Flussverbauungen und massives Befischen stark beeinflusst worden.
Zum ersten Mal ist es in Kärnten gelungen, nach mehrjähriger Vorbereitung und unter wissenschaftlicher Begleitung Bachforellen nachzuzüchten. Die Fische wurden Freitag im Mallnitzer Dösenbach eingesetzt, berichtet der Landespressedienst.
Gemeinsam mit dem Mallnitzer Fischexperten Peter Sterz setze heute, Freitag, Nationalparkreferent LHStv. Uwe Scheuch die Urforelle .
Heimische Forellen verdrängt.
Nach der letzten Eiszeit entwickelten sich in den großen Flusssystemen Europas genetisch klar definierte Bachforellenrassen, die als Atlantischer Typus, Donautypus und im Süden als Mediterraner, Marmorierter und Adriatischer Typus bezeichnet werden. Im Nationalpark Hohe Tauern war die Bachforelle des Donautypus heimisch. Ihr Lebensraum sei aber durch Flussverbauungen, massives Befischen und falsches Bewirtschaften stark beeinflusst worden. Nur durch ständigen Besatz konnte sie vor ihrem Verschwinden bewahrt werden. Mit dieser Besatztätigkeit wurden jedoch unbewusst Bachforellen des Atlantischen Typus eingebracht, die die heimischen Bachforellen verdrängten.
Urforelle aufgespürt.
Das Aufspüren alter heimischer Bachforellenstämme sowie ihre Wiedereinbürgerung waren Ziel des Interreg-Projektes "TroutExamInvest", das in Zusammenarbeit von Nationalpark Hohe Tauern, dem Institut für Zoologie und Limnologie der Uni Innsbruck, des Land- und Forstwirtschaftlichen Versuchszentrums Laimburg (Südtirol) und dem Alpenzoo Innsbruck durchgeführt wurde. Gesucht wurde in den wildesten und entlegensten Gebirgsbächen in der Nationalparkregion.
Nachzucht.
"Ein genetisch reiner Bachforellenbestand der Danubischen Linie wurde im Kärntner Anteil des Nationalparks Hohe Tauern im Dösenbach bei Mallnitz gefunden", erklärt Fischexperte Peter Sterz. Gemeinsam mit ihm und der wissenschaftlichen Begleitung durch die Kärntner Seenforschung konnten geeignete Mutter- und Vatertiere für die Nachzucht ausgewählt werden. Mit viel Geduld und Liebe gelang Sterz die Nachzucht der einheimischen Bachforellen.
Neue Heimat.
Mittels mehrmaliger Elektrobefischung wurden bestehende "falsche" Fische (Bachforellen des Atlantiktyps und Bachsaiblinge) aus dem Dösenbach. Heute werden erstmals Besatzmaßnahmen mit markierten heimischen Bachforellen des Donautyps durchgeführt. Die rund 600 Besatzfische sind mittlerweile eineinhalb Jahre alt und werden im Bereich Kritzbrunn im Dösenbach ihre neue Heimat finden.
Lebensbedingungen.
Langzeitbeobachtungen werden zeigen, ob die Bachforellen nicht wesentlich besser mit den extremen Lebensbedingungen im Gebirgsbach zurecht kommen und damit eine höhere Überlebensrate, eine bessere Reproduktion und eine größere Standorttreue aufweisen als andere Besatzfische.













