Bauern haben Angst um ihren Milchpreis
Jüngste Preissenkungen im Lebensmittelhandel treffen die Bauern hart.
"Diese Preissenkungen können wir einfach nicht mehr tragen", protestieren Helmut Petschar, Geschäftsführer der Kärntner Milch, und Bertram Terkl, Sprecher der Interessensgemeinschaft "Faire Milch", gleich lautend. Österreichs größte Handelsketten haben in dieser Woche angekündigt, die Verbraucherpreise auf Milchprodukte zu senken, das lässt die Bauern um ihr Einkommen fürchten. "Die Bauern sind nicht die Preistreiber bei der Milch, es wird aber so dargestellt, als wären sie alleine für alle Preisanstiege verantwortlich", sagt Terkl. Petschar nennt Zahlen die aufhorchen lassen: "Im Jahr 1983 kostete ein Liter Milch umgerechnet 80 Cent, 1983 kostete der Liter umgerechnet 84 Cent, heute sind es 79 Cent. Im Vergleich der letzten 20 Jahre wurde die Milch als nicht teurer." Die Ausgaben der Bauern vervielfachten sich dagegen. Der Preis für Stickstoffdünger stieg im letzten Jahr um 40 Prozent, der Preis für Phosphatdünger um 125 Prozent. Ein Kilo Kraftfutter kostet mittlerweile sogar mehr als ein Liter Milch. Über die gestiegenen Dieselpreise klagen die Bauern nicht einmal. "Wenn die Handelsketten die Preissteigerung nun wieder wo reinholen wollen, wird das über kurz oder lang die Bauern treffen, denn den Molkereien bleibt nichts anders über als den Druck weiter zu geben", fürchtet Terkl.
Lieferboykott. In Deutschland überlegen sich 53.000 in einer Interessensgemeinschaft zusammengeschlossene Bauern schon einen Lieferboykott für einen Tag. "Wir würden da mitziehen und unseren ab Hof-Kunden an einem Tag die Milch schenken", gibt sich Terkl kämpferisch.













