Kasernenküche degradiert
Speisen für Spittaler Soldaten sollen ab 2010 von Klagenfurt aus ange- liefert werden. Gekühltes Essen wird dann nur noch "zu Ende" gekocht.

Foto © KleinsasserIn der Heeresküche soll nicht mehr von Grund auf gekocht werden
Gerüchte, wonach die Küche der Türkkaserne Spittal geschlossen und das Essen für rund 400 Soldaten künftig von Klagenfurt aus angeliefert würde, halten sich in der Bezirkshauptstadt hartnäckig. Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung bestätigt Bundesheer-Presseoffizier Arno Kronhofer dies teilweise: ?Die Küche wird nicht geschlossen, es soll aber in Zukunft ein anderes System angewendet werden.“
Vorgekocht. In einer Zentralküche in der Klagenfurter Windisch-Kaserne, die eigens gebaut wird, sollen die Speisen nach dem Prinzip ?Cook & Chill“ zu 80 Prozent vorgekocht und gekühlt täglich in alle anderen Kärntner Kasernen geliefert werden. ?Spittal wird dann eine Finalisierungsküche. Die Speisen werden vor Ort fertig gekocht und ergänzt. An der Ausstattung ändert sich nichts“, erklärt Kronhofer. Fixes Personal – drei Zivilbedienstete, drei Kadersoldaten – wird nicht abgebaut. Es werden aber weniger Rekruten (derzeit sechs bis zehn) in der Spittaler Küche eingesetzt.
Kein Qulitätsverlust. Das neue Verfahren soll frühestens 2010 greifen. Die Qualität leide laut Rudolf Kury, interimistischer Bataillonskommandant in Spittal, nicht unter der Umstellung: "Uns ist die gesunde Ernährung der Soldaten wichtig. Jeder kann seine Mahlzeit am Buffet selbst zusammenstellen und das wird auch so bleiben." Für das Heer ist das neue System günstiger. Regionale Lieferanten sehen das nicht so positiv.
9,5 Tonnen Fleisch.
Johann Sattlegger vom Fleischlieferanten Karnerta: "Wir liefern in ganz Kärnten. Unternehmerisch gesehen tut uns die Umstellung also nichts, standortmäßig schon. Wir liefern von Spittal aus 9,5 Tonnen Fleisch pro Jahr in die Kaserne. Der Kontakt ist herzlich. Ginge der Verkauf nur noch von Klagenfurt aus, täte mir das weh." Kronhofer beruhigt: "Was letztlich wo gekauft wird, ist noch nicht fix." Gebäck etwa soll weiterhin in Spittal gekauft werden.
Features
Orte
Neben Spittal gibt es in Kärnten das Militärkommando und vier Kasernen in Klagenfurt, drei in Villach, eine in Bleiburg.
Gesund
Spittal stellte als vierte Kaserne Österreichs auf Komponenten-Ernährung um. Es gibt drei bis fünf Menüs. Jeder Soldat kann daraus Komponenten entnehmen. Kury: "Gutes Essen bedeutet auch Motivation."














