Ein vielschichtiges Leben
Erich Lexer, ein Sproß des Lexer-Clans im Lesachtal, schrieb vor 100 Jahren Chirurgie-Geschichte. Wer er wirklich war, zeigt eine neue Biographie.
Das posthume Ansehen seines Urgroßonkels liegt Georg Lexer besonders am Herzen. In Österreich - dem Land, in dem Erich Lexer (1876-1937) seine familiären Wurzeln im Lesachtal hatte - zeitlebens verkannt, machte sich der Chirurg in Deutschland einen klingenden Namen. Er legte im Jahre 1907 den allerersten Bypass, war Pionier auf dem Gebiet der plastischen Chirurgie, "ein nach ihm benannter Preis wird in Deutschland noch heute in zweijährigen Intervallen für besondere Arbeiten in der Chirurgie vergeben", erzählt Georg Lexer, der Kärntner Urgroßneffe, der ebenfalls die Chirurgenlaufbahn einschlug.
Biographie als Buch: Nun also, auf sein Betreiben hin, eine Biographie in Buchform: "Erich Lexer. Der Chirurg". Georg Lexer ist Herausgeber, Ellen M. Dittmann betätigte sich als Biographin. Sie durchwühlte Archive, führte Gespräche mit Nachfahren, besuchte die Kliniken, in denen Erich Lexer leitende Positionen inne hatte. Zuletzt wirkte er als Direktor der Chirurgischen Uni-Klinik in München, bevor er im Jahre 1937 70-jährig verstarb.
Vielschichtige Persönlichkeit. Dittmann zeichnet in der Biographie das Bild eines zielstrebigen und hochkreativen Geistes, der als Arzt unbeirrbar seine innovativen Ansätze verfolgte. Die Biographin resümiert, dass Lexer vor allem durch seine vielschichtige Persönlichkeit bestach, "die sich nicht zuletzt aus der Erziehung seines Elternhauses und seiner künstlerischen Kreativität erklärt."
Lehre und Forschung. Erich Lexer's Vater, Matthias, war es auch, der als der Erste des Lexer-Geschlechtes dem Lesachtal den Rücken kehrte und in Deutschland als Professor für deutsche Sprache und Literatur an verschiedenen Universitäten lehrte und forschte. Sein 1885 veröffentlichtes "Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch" ist heute noch ein Standardwerk der Germanistik für Übersetzungen aus dem Mittelhochdeutschen.














