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Zuletzt aktualisiert: 25.08.2012 um 20:15 UhrKommentare

Johannes Flaschberger: "Im Gailtal ist meine Sprache"

Schauspieler Johannes Flaschberger über die Arbeit auf seinem Bauernhof in St. Stefan/Gail, seine Rolle in "Bridget Jones" und seine Zuneigung zur Welt.

Schauspieler Johannes Flaschberger

Foto © JostSchauspieler Johannes Flaschberger

Inmitten des idyllischen Naturgartens Siebenbrünn an der Grenze zwischen St. Stefan/Gail und Hermagor liegt der elterliche Hof von Johannes Flaschberger. Er ist Schauspieler und in vielen großen Häusern auf der ganzen Welt aufgetreten, aber im Gailtal ist er daheim, weil hier "seine" Sprache ist. Zurzeit genießen er, seine Lebensgefährtin Tamzin Griffin und die Söhne Kaspar (24) und Maximilian (16) eine Auszeit am Bauernhof.

Der Weg des Schauspielers war für Sie nicht unbedingt vorgezeichnet. Wie kam es dazu?

JOHANNES FLASCHBERGER: Es gab ein einschneidendes Erlebnis. 1968 bin ich an einer Nervenkrankheit schwer erkrankt, die zu einer viermonatigen Lähmung führte. Ich habe dann von Grund auf wieder alles, was mit der Motorik zu tun hat, erlernen müssen. Die Krankheit war ausschlaggebend, entweder Medizin zu studieren oder mir selbst zu beweisen, was ich alles mit meinem Körper machen kann, also in Richtung Pantomime zu gehen. Es wurde beides. Nach fünf Jahren Medizinstudium bin ich nach Paris gegangen, um bei Marcel Marceau Pantomime zu erlernen.

Wie ging es dann weiter?

FLASCHBERGER: Nach zwei Jahren Paris bin ich einem polnischen Panotmimelehrer nach Barcelona gefolgt und habe in dessen Schule den Abschluss gemacht. Danach bin ich an einer Pariser Schule ins Schauspielfach gewechselt. In meiner Klasse waren englische Kollegen, die ich Jahre später in München bei einem Festival wieder getroffen habe. Sie haben mich 1993 eingeladen, in ihrem Ensemble "Theatre de Complicite" in London mitzuspielen. Die Engagements in Europa haben sich über die Jahre vervielfacht. Zu einem meiner größten schauspielerischen Abenteuern zählt ein Engagement bei der Royal Shakespeare Company.

Ihr Herz gehört dem Theater, aber es gab auch Auftritte in Filmen, darunter Bridget Jones 2. Wie ist man auf Sie gestoßen?

FLASCHBERGER: Es wurde jemand für die Szene in Lech gesucht. Jemand, der einen Apotheker mit Vorarlberger Akzent spielt. Ich habe einen Freund aus Vorarlberg angerufen und ihn gefragt, wie man die Wörter ausspricht. Mein Part wurde dann in vorarlbergerisch aufgenommen und im Film mit Untertiteln versehen.

Was bedeutet Ihnen in Anbetracht Ihrer Wohnsitze in Wien und England das Gailtal?

FLASCHBERGER: Es gibt viele schöne Plätze auf der Welt, aber so einen schönen Ort wie hier, gibt es selten. Je länger ich weg war, desto mehr habe ich das Gailtal schätzen und lieben gelernt, vor allem die Berge, die Felder, die Jahreszeiten und die Leute. Aber Sie können mich auch auf Feuerland oder auf die Osterinseln - wo ich war - setzen. Auch in Peru fühlte ich mich zu Hause, aber ich bin dann doch gerne zurückgekommen, weil hier meine Sprache ist und mein Heimatgefühl am stärksten ist. Dennoch sehe ich mich als Weltbürger.

Immer wenn Sie heimkommen, wartet eine Menge Arbeit . . .

FLASCHBERGER: Freunde glauben, das hier sei ein Wochenendhaus, aber es ist ein Bauernhaus. Es gibt viel zu tun - den Zaun richten, Heu und Holz machen, Gartenarbeit, mit der Nachbarschaft reden oder mit den Jägern. Vier bis fünf Monate im Jahr bin ich hier. Mit zunehmendem Alter wünsche ich mir, meine Arbeit mehr nach Österreich verlagern zu können.

Mit welchem Gefühl blicken Sie auf ihre Vergangenheit zurück?

FLASCHBERGER: Mein Leben ist ein riesiges Puzzle. Ich habe viele Kindheitsträume verwirklicht, drei Sprachen gelernt, habe zwei Jahre in Peru gelebt, die Welt kennengelernt und ich bin meiner Leidenschaft für die Schauspielerei gefolgt. Meinen Eltern habe ich viel zu verdanken. Es war nicht immer einfach, wenn ich an meine Eskapaden in Peru denke oder als ich mein Studium abgebrochen habe. Sie haben es akzeptiert und mich unterstützt. Bei allen Schritten hat mich eine große Zuneigung begleitet.

Gibt es noch Pläne?

FLASCHBERGER: Was ich noch nicht geschafft habe, ist, Teile meiner über 80.000 Schwarz-Weiß-Fotos in Buchform herauszugeben.

MARTINA PIRKER

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Kleine Zeitung "Ein einschneidender Moment"

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Kleine Zeitung Flaschberger spricht über das Gailtal

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Kleine Zeitung Auftritt im Burgtheater

Zur Person

Johannes Flaschberger, geboren 1952 in Hermagor, wuchs in Hermagor und am elterlichen Hof in St. Stefan/Gail auf.

Schauspiel. Nach fünfjährigem Medizinstudium erlernte er in Paris bei dem berühmten Marcel Marceau die Kunst der Pantomime. Über Schauspiellehrer Jacques Lecoq kam er Anfang 1980 zum Schauspiel.

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