Bezirks- und Gemeindesuche
Uschi Halbreiner: "Will 2016 zu Olympia in Rio"
Die 21-jährige Wolfsberger Schwimmerin Uschi Halbreiner, zwölffache Staatsmeisterin, im Gespräch über Erfolge, Ziele und Olympia.

Foto © APA/HochmuthSchwimmerin Uschi Halbreiner
Am Freitag starteten die Olympischen Spiele in London. Der Wolfsberger Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz hat in einem Schreiben an Sportminister Norbert Darabos die Nicht-Nominierung von Ihnen als "menschenverachtend" bezeichnet, weil Sie sich eine Teilnahme verdient hätten, obwohl Sie das Limit nicht erreicht haben. Kam da etwas heraus?
USCHI HALBREINER: Mein Kollege Christian Scherübl und ich hatten für die Einzelstarts die gleichen Voraussetzungen, wir waren beide knapp über dem nationalen Limit, aber nicht schnellste Österreicher. Er wurde zu den Olympischen Spielen eingeladen, ich aber nicht. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Obwohl es in den Medien anders dargestellt wurde, gönne ich Christian die Olympia-Teilnahme sehr wohl, ich sehe ja, wie hart er trainiert. Die Frage ist aber dennoch legitim, warum ich trotz gleicher Voraussetzungen nicht eingeladen war. Die Intervention ging leider in die falsche Richtung: Meinem Kollegen wurden jetzt die Einzelstarts weggenommen, er ist nur noch bei der Freistilstaffel dabei.
Wie schätzen Sie die Chancen für Österreichs Schwimmer bei den Olympischen Spielen ein?
HALBREINER: Schwer zu sagen, Olympia hat ja andere Gesetze.
Sie sind schon seit Jahren als Schwimmerin erfolgreich unterwegs. Wann haben Sie überhaupt mit dem Schwimmen begonnen?
HALBREINER: Zum Wolfsberger Schwimmverein bin ich mit acht Jahren, also 1999, gekommen. Ich war früher oft mit meiner Mutti im Stadionbad. Irgendwann fragte Schwimmvereinstrainer Walter Mörtl, ob ich einmal Probeschwimmen will. Es hat mir von Anfang an großen Spaß gemacht und so bin ich dabei geblieben. Leider ist Walter Mörtl im Vorjahr verstorben, er hat mich immer sehr unterstützt und gefördert. Inzwischen schwimme ich für den USC Graz, da ich seit Herbst 2009 in Graz studiere.
War das Training ein Grund für den Umzug nach Graz? Immerhin hat Wolfsberg keine wetterfeste Trainingsmöglichkeit . . .
HALBREINER: Mitunter, aber auch wegen des Studiums. In Graz genieße ich das Hallenbad vor der Tür. Für den Schwimmsport und für den Schwimmverein wäre ein Hallenbad in Wolfsberg super.
Wohin wurde früher im Winter zum Training "ausgewichen"?
HALBREINER: Anfangs ins Hallenbad Klagenfurt, später ins slowenische Raune, weil es dort ein überdachtes Becken mit einer 50-Meter-Bahn gibt und Klagenfurt nur eine 25-Meter-Kurzbahn hat. Von der Fahrzeit her ist nichts um, nach Raune und Klagenfurt fährt man von Wolfsberg gleich lang.
Es wird gesagt, Sie sammeln Medaillen, wie andere Briefmarken. Wie viele besitzen Sie schon?
HALBREINER: Keine Ahnung, ich zähle nicht mehr (lacht). Zu Hause in Wolfsberg habe ich eine Vitrine mit all meinen Pokalen und Medaillen.
Sie treten bei vielen internationalen Sportwettbewerben an. Mit Ihren 21 Jahren kennen Sie also schon recht viel von der Welt . . .
HALBREINER: Ich war zwar schon in allen möglichen Ländern, aber ich kenne eigentlich überall nur den Weg vom Hotel zur Schwimmhalle (lacht).
Sie sorgen in allen Disziplinen für Spitzenleistungen. Haben Sie eine Lieblingsdisziplin?
HALBREINER: Ja, Rücken schwimme ich am liebsten.
Ihr bisher größter Erfolg?
HALBREINER: Das war 2011 das Finale der Kurzbahn-EM im Bewerb 100 Meter Lagen.
Was wollen Sie noch erreichen?
HALBREINER: Mein großes Ziel ist die Olympia-Teilnahme 2016 in Rio de Janeiro.
Wie oft trainieren Sie eigentlich?
HALBREINER: Ein paar Stunden pro Tag, vormittags und nachmittags. Zwei Mal pro Woche trainiere ich in der Früh zwei Stunden in der Schwimmhalle, an den übrigen Tagen gibt's in der Früh eine Krafteinheit. Dann gehe ich heim oder auf die Uni, esse und gehe eventuell wieder zur Uni. Nachmittags bin ich wieder zwei, drei Stunden in der Schwimmhalle.
Klingt nicht nach viel Freizeit.
HALBREINER: Samstags um 11 Uhr ist das Training beendet, dann verbringe ich das Wochenende zu Hause in Wolfsberg. Nur wenn Wettkämpfe sind, geht sich das Heimfahren nicht aus, weil wir unterwegs sind. Beispielsweise war ich seit der Europameisterschaft Ende Mai fünf Wochenenden hintereinander unterwegs.
Nun sieht man Sie wieder öfters im Stadionbad in Wolfsberg . . .
HALBREINER: Seit Mitte Juli mache ich dort ein Praktikum für mein Sportstudium. Bis 8. August helfe ich der Trainerin. Das heißt, zurzeit habe ich die Position getauscht und bin am Beckenrand zu finden (lacht).
Wie geht es danach weiter?
HALBREINER: Ende August fangen wir mit der Vorbereitung für die Kurzbahn-EM und WM an, die Ende des Jahres stattfinden.
Durch das Schwimmen ist Ihr Körper durchtrainiert. Hat eine Sportlerin wie Sie auch ein Laster?
HALBREINER: Süßigkeiten (lacht)! Zu verzichten, fällt mir schwer.
Features
Zur Person
Name. Uschi Halbreiner.
Geboren. Am 1. Jänner 1991.
Aufgewachsen. In Wolfsberg.
Wohnort. Graz, seit Herbst 2009.
Geschwister. Silvia (27).
Familienstand. Ledig.
Studium. Sport und Psychologie.
Hobbys. Klavierspielen, Basteln, Handwerken, Lesen.
Bisherige Erfolge. Österreichische Rekorde 100 Meter Rücken (Kurz- und Langbahn) und 200 Meter Rücken (Langbahn), zwölf Österreichische Staatsmeistertitel, um einige zu nennen. Halbreiners bisher größter Erfolg: Finale Kurzbahn-EM 2011 (100 Meter Lagen). Sie war auch im Finale der Langbahn-EM 2012 (4 x 200 Meter Freistil) und im Semifinale der Langbahn-EM 2012 (200 Meter Rücken).
Verein. USC Graz.
Ziel. Olympia-Teilnahme 2016.
Wortspiel
Auf meinem Nachtkästchen fehlt nie . . . ein Foto von meinem Hund "Balu".
Die Olympischen Spiele sind . . . einfach ein Traum.
Meine Urlaube verbringe ich . . . im Haus meiner Großeltern am Klopeiner See.
Am liebsten esse ich . . . Serviettenknödel meiner Oma.
Mein Laster . . . sind Süßigkeiten.
In fünf Jahren werde ich . . . mit meinem Studium fertig sein und bei den Olympischen Spielen teilgenommen haben.








