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Zuletzt aktualisiert: 03.09.2011 um 18:29 UhrKommentare

Klocker: "Im Meer schwimme ich nicht so gerne"

Seit Jahren zählt Verena Klocker aus Tristach zu den besten Schwimmerinnen in Österreich. Bei Olympia 2012 will sie es noch einmal wissen.

Verena Klocker

Foto © HatzVerena Klocker

Sie schwimmen auf Landesebene und nationaler Ebene seit Jahren von Titel zu Titel, wie viele sind es inzwischen?

VERENA KLOCKER: Da muss ich nachzählen, acht Staatsmeistertitel werden es schon sein.

Woran liegt es, dass Sie bei internationalen Wettkämpfen nicht so erfolgreich sind?

KLOCKER: So sollte man das nicht sehen: Ein 12. Platz bei Europameisterschaften ist eine Wahnsinnsleistung oder die Teilnahme an Weltmeisterschaften, wo Athleten aus 180 Nationen am Start sind, ist das Größte. In unserer Sportart geht es um Tausendstel und Hundertstel, die über die Plätze entscheiden. Allein bei einer solchen Großveranstaltung dabei sein zu können, ist eine gewaltige Leistung, denn die Dichte ist enorm. Schauen Sie zum Beispiel nach Simbabwe, wo sogar eine Olympiasiegerin herkommt oder in den USA, dort kommen Sieger bei der Universiade gar nicht ins Olympiateam.

Ihr größter Erfolg bisher?

KLOCKER: Der zwölfte Platz bei den Europameisterschaften 2009 in Istanbul über 200-Meter-Freistil, die WM-Teilnahme in Rom und den österreichischen Rekord auf der Kunstbahn inne zu haben.

Was fasziniert Sie an dieser Sportart?

KLOCKER: Schwimmen taugt mir, weil Wasser ein Element ist, wo der Schwimmer mit seinem Körper die beste Linie finden muss, um den Druck abzubauen, um schnell zu sein. Das ist cool.

Wo holen Sie sich die Kraft?

KLOCKER: Bei meiner Familie und bei Freunden. Ich habe einen starken Willen durchzuhalten und meine Familie ist dabei extrem wichtig.

Ihren Lebensmittelpunkt haben Sie seit Jahren in Innsbruck, tut sich eine Spitzensportlerin da leichter als in ihrer Heimat?

KLOCKER: In Innsbruck lebe ich zum Studieren, dort sind auch die Leute, die wichtig für meinen Sport sind, das Umfeld passt auch. Außerdem bin ich in zwei Stunden wieder in Osttirol und das ist für mich sehr wichtig.

Mit so erfolgreichen Schwimmern wie Markus Rogan, Mirna und Dinko Jukic war das Umfeld in den letzten Jahren gut bestellt, konnten Sie davon profitieren?

KLOCKER: Nicht wirklich, denn jeder braucht nur einen Trainer, ein Becken und schwimmen. Der Rest muss individuell auf jeden angepasst sein und mehr braucht der Schwimmer nicht.

Osttirol gilt in Schwimmkreisen als Hochburg beim Nachwuchs, warum gelingt keinem dieser Talente der Sprung nach oben?

KLOCKER: Viel Talent heißt nicht gleich viel Erfolg. Die mentale Einstellung muss stimmen, der Ehrgeiz allein ist zu wenig. Du musst 25 Stunden in der Woche mit dem Vorsatz hart trainieren ich will! - und nicht ich muss. Dein Sport darf nicht zur Plage werden. Oft werden diese Talente nur mehr Zweite oder Dritte im Wettkampf dann hören sie auf.

Sind daran auch fehlende Rahmenbedingungen, wie schlechte Wettkampfstätten, kein geeignetes Hallenbad, mit Schuld?

KLOCKER: Ich habe es ja auch geschafft! Sicher wäre es super eine 50-Meter-Halle zu haben, das wäre in Verbindung mit einem Höhentrainingslager für die Region ein großer Vorteil.

Was fällt Ihnen zu Osttirol ein?

KLOCKER: Hier ist es echt wie im Urlaub. Natur pur eben und ein idealer Ort, Kraft und Energie für die Wettkämpfe zu sammeln.

In welcher Zeit könnten Sie über den Tristacher See mit seiner Länge von 490 Metern schwimmen?

KLOCKER: In sieben Minuten müsste ich es schaffen, vielleicht auch ein bisschen schneller.

Wäre dies ein ideales Training für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London?

KLOCKER: Bestimmt nicht, ich schwimme nicht gerne im Meer und in einem See planschen, ist auch nicht das Meine. Da fühle ich mich nicht wohl.

Jemals Angst vor dem Wasser gehabt?

KLOCKER: Nein, obwohl ich als Kind beinahe "abgesoffen" wäre. Was ich gar nicht mag: Wenn man "gesteckt", also mit dem Kopf unter Wasser gedrückt wird.

Ihre Zukunftspläne?

KLOCKER: Ein, zwei Jahre möchte ich noch schwimmen. Das große Ziel ist die Sommerolympiade 2012 in London. Dann beginnt die Lebensplanung, eine Familie hätte ich gerne.

INTERVIEW: GÜNTHER HATZ

Zur Person

Name: Verena Klocker

Geboren: 18. August 1985

Geburtsort: Lienz

Wohnort: Innsbruck

Eltern: Gerti und Werner

Geschwister: Daniela, Melanie und Johannes

Beruf: Soldatin/Studentin

Hobbys: einkaufen, schlafen und Zeit haben

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