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Ritika Sood: "Bollywood ist hart aber freundlich"
Ritika Sood, eine junge Villacherin mit indischen Wurzeln, startet erfolgreich in Bollywood durch. Wir trafen eine zielstrebige, junge Frau zum Sommergespräch am St. Leonharder See.

Foto © PrivatAugenblicke. "Indische Schauspieler legen auf den Ausdruck der Augen ganz besonders großen Wert"
Der Name Ritika bedeutet "Wetter". Sind Sie ein Sonnenschein?
RITIKA SOOD: Ich hoffe zumindest, dass die Sonne für mich scheint. Und ich liebe die Hitze, den Sommer. Den Winter dafür gar nicht.
Wie kamen Sie von Landskron nach Bollywood?
SOOD: Ich habe immer schon Interesse am Modelbusiness gehabt. Wir machen jedes Jahr in Indien Urlaub. 2009 waren wir in Mumbai, dem Zentrum der Filmindustrie in Indien. Nach meiner Rückkehr habe ich kurzfristig entschieden: Ich gebe mir ein Jahr in Indien und versuche mein Glück.
Ihren Job als Bankkauffrau haben Sie einfach an den Nagel gehängt?
SOOD: Natürlich nicht. Ich habe mich karenzieren lassen. In Indien ging ich zur Schauspielschule, habe Castings gemacht und bei einer Gastfamilie gelebt. Das war schon recht hart, da hatte ich mir viel vorgenommen.
Eine mutige Entscheidung alleine in eine indische Metropole mit 14 Millionen Menschen zu ziehen.
SOOD: Das war eine große Herausforderung. Das Leben in Mumbai ist hektisch, der Verkehr gigantisch. Aber die Lebenskultur ist wunderschön und bunt. Die Leute sind offener als bei uns.
Galten Sie als Exotin in Indien?
SOOD: Man hat eher bewundert, dass ich aus einem kleinen Dorf in Österreich komme, um mein Glück in Bollywood zu versuchen. Bei einem Werbespotdreh spielte ich eine künftige Braut, die ihre Schwiegereltern begrüßt. Dafür berührt man in Indien mit der Hand die Füße der Schwiegereltern um den Segen zu holen - das kannte ich nicht.
Wie sind Sie mit der Sprache zurechtgekommen?
SOOD: Ich kann Hindi und Englisch fließend. Nur mit dem English gab es Probleme, meine Aussprache verstand keiner, ich musste mir den indischen Akzent angewöhnen. Schwierig war dann der erste Filmdreh. "Graduate" wurde komplett im Dialekt "Telugu" gedreht, ich musste die Sätze auswendig lernen.
Das erste Angebot für eine Hauptrolle kam ja relativ rasch. Wie ging das denn?
SOOD: Das war wie ein Wunder. Ich war nur drei Monate in Mumbai, hatte schon drei Aufträge und dann noch eine Hauptrolle! Die Rolle war noch dazu sehr passend: Ich spielte ein Mädchen aus den USA mit indischen Wurzeln, die zurück in das Land ihrer Vorfahren kommt.
Bollywood macht einen bunten, fröhlichen Eindruck. Ist es so?
SOOD: Die meisten sind freundlich. Aber es ist auch sehr hart. 15-Stunden-Drehs sind keine Seltenheit. Man muss natürlich mit wachen Augen durch diese Branche gehen. Da kommen auch zwielichtige Angebote daher.
In den indischen Filmen wird getanzt und gesungen. Wie war das?
SOOD: Also, kein Schauspieler singt wirklich selbst. Da gibt es immer Sänger im Hintergrund, wir bewegen nur die Lippen beim Tanzen. Die Schauspieltechnik in Indien legt sehr viel Wert auf Mimik und vor allem den Augenausdruck. Ich habe dort gelernt, auf Knopfdruck zu weinen oder eben zu lachen. Zum Training, das sehr streng ist, gehören übrigens auch Meditationen.
War das ein Abenteuer oder planen Sie noch weitere Filme?
SOOD: Im Juli hat mich eine Firma für einen Werbespot nach Mumbai einfliegen lassen. Im Oktober stehen auch weitere Drehs für Musikvideos an. Ich bin ständig am hin und her reisen.
Bei so viel Stress auch noch gut auszusehen, ist das schwierig?
SOOD: Erstens liebe ich das! Fitnessstudio ist Pflicht, daheim vernachlässige ich das ein bisschen. Aber ich bin sportlich und bewege mich gerne. Außerdem bin ich Vegetarierin und setze mich für den Tierschutz ein. Für Peta würde ich sofort Modeln.
Nackt, wie alle anderen Stars?
SOOD (lacht): Nein, ich achte sehr auf meinen Ruf! Aber wenn Peta anruft, bin ich vielleicht so berühmt, dass ich's mir leisten kann.








