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"Bin emotional, ehrgeizig und stur"
Tanja Raunig (22) aus Haimburg erobert die Filmwelt im Sturm. Ob als Tochter des Tatort-Kommissars, oder mit Josef Hader in "Der Aufschneider". Im Herbst läuft ihr nächster Film im Kino an.

Foto © KLZ/WetternigTanja Raunig (22) aus Haimburg
Sie sind vor allem durch Ihre Fernsehrollen bekannt geworden. Stimmt es, dass Sie selbst gar keinen Fernseher haben?
TANJA RAUNIG: Ja, es stimmt. Ich gehe abends sehr gerne ins Kino oder ins Theater, um die Ecke habe ich eine Videothek. Da suche ich mir die Filme aus, die ich wirklich schauen will.
Wie schauen Sie sich dann Filme an, in denen Sie mitspielen?
RAUNIG: (lacht) Beim letzten , Tatort' musste ich zu meiner Schwester fahren, damit ich ihn sehen konnte.
Schon als Kind davon geträumt, Schauspielerin zu werden?
RAUNIG: Nicht wirklich. Meine Eltern haben es mir ermöglicht, viel auszuprobieren. Ich habe Instrumente gespielt, gesungen und dachte, dass es eher in diese Richtung geht. Während der Oberstufe habe ich Klassischen Gesang studiert. Dann habe ich bei den Südkärntner Sommerspielen in Eberndorf das erste Mal wirklich Theater gespielt. Und ich dachte mir: Ich versuche es, mache an der Schauspielschule in Wien die Aufnahmeprüfung. Und es hat funktioniert. Da war ich 17. Durch meine Schwester Kerstin, die auch Schauspielerin ist, bin ich schon früh mit diesem Bereich in Berührung gekommen.
Sie haben vom Elternhaus also viel Freiheit für Kreativität eingeräumt bekommen?
RAUNIG: Ja, und das weiß ich sehr zu schätzen.
Wie ist dann das Gefühl für Ihre Eltern, wenn sie Sie als Schauspielerin im TV sehen?
RAUNIG: Der Papa hat gesagt, es ist ein bisschen komisch, wenn ich im TV die ganze Zeit zu einem anderen Mann Papa sage. Das war ihm ein wenig suspekt. Aber er hat sich mittlerweile daran gewöhnt. Meine Eltern sind natürlich auch immer nervös und freuen sich mit mir.
Wie kann man sich Ihren Arbeitsalltag vorstellen?
RAUNIG: Bis jetzt war ich an der Schauspielschule. Da war viel los. Drehen, Schule, Prüfungen. Beim Theater ist es ganz anders als beim Drehen. Da probt man sechs Wochen, täglich von 10 Uhr bis abends. Dann beginnen abends die Vorstellungen. Beim Drehen kommst Du meist sehr früh ans Set, und das, was im TV ganz kurz rüber kommt, das dauert beim Drehen oft Stunden.
Ferien? Ihre Schauspielausbildung haben Sie gerade abgeschlossen, kehrt jetzt Alltag ein?
RAUNIG: Genau, ich bin gerade dabei, meine Diplomarbeit zu schreiben, die Prüfung ist im Herbst. Alltag, nein, den gibt es in meinem Beruf nicht. Wenn Drehtag ist, stehe ich um 5 Uhr auf, dann Arbeit bis zum Abend. Dann vielleicht zwei Tage Pause, dann wieder ein Drehtag. Dann Schule, Theaterproben. Den typischen Rhythmus habe ich nicht.
Die nächsten Projekte?
RAUNIG: Im August drehe ich eine Folge Soko Kitzbühel. Dann steht meine Abschlussprüfung an der Schauspielschule an. Im September kommt ,One Way Trip' ins Kino, ein 3D-Horrorfilm, den ich letztes Jahr in der Schweiz gedreht habe.
Hand aufs Herz, wie groß war die Aufregung und die Ehrfurcht, als Sie zum ersten Mal am Set von "Der Aufschneider" vor der Kamera gestanden sind?
RAUNIG: Ich hatte damals keine Ahnung, wie es auf einem Set ausschaut. Ich bin hingekommen und hab mich gewundert, warum so viele Leute da sind. Und gleich am ersten Tag musste ich eine Kuss-Szene drehen, mich am Set zurechtfinden, mich orientieren. Und deshalb hatte ich gar nicht Zeit, darüber nachzudenken, dass ich plötzlich mit Stars wie Hader und Co. zusammenarbeite.
Krassnitzer, Hader, Baier, alles sehr bekannte Schauspieler, mit denen Sie bislang gearbeitet haben. Wie ist das Verhältnis zu diesen Profis, wenn man als junge Schauspielerin zum Set kommt? RAUNIG: Mich hat man bisher immer mit offenen Armen empfangen, man hat es mir leicht gemacht. Da kann ich mich wirklich nicht beklagen.
Ist das Text-Lernen nicht eine Tortur?
RAUNIG: Das ist das Kleinste an der Arbeit. Alle glauben immer, dass das so viel Zeit in Anspruch nimmt. Man geht schon in der Wohnung herum und lernt Text. Aber das ist nur ein Bruchteil der Arbeit.
Schon mal davon geträumt, einen Oscar in der Wohnzimmervitrine zu haben?
RAUNIG: Darüber habe ich ehrlich noch nicht nachgedacht. Ich bin ein Mensch, der sich Ziele setzt, damit ich auf etwas konkret hinarbeiten kann.
Welche Beziehung haben Sie noch zu Haimburg?
RAUNIG: Ich fahre gerne nach Hause. Immer, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Meine Eltern leben hier, und meine Oma. Da bin ich aufgewachsen. Ich liebe Wien über alles, aber wenn ich dann zurück nach Kärnten komme, dann bekomme ich ganz viel Ruhe, kann Kraft tanken, Energie sammeln.
Wie werden Sie in Haimburg aufgenommen? Hat sich etwas verändert, seit Sie eine bekannte Schauspielerin sind?
RAUNIG: Haimburg ist klein, jeder kennt jeden. Und man hat mich ja vorher auch schon gekannt. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Im Gegenteil: Da ist es in Wien anders. Dort kennt mich niemand als Tanja, sondern da werde ich oft als Tatort-Darstellerin erkannt. In Haimburg bin ich die Tanja.
Ganz ruhig sitzen, das ist nicht so Ihr Ding. Wo nehmen Sie diese sprühende Energie her?
RAUNIG: Ich weiß es nicht. Ich bin ein irrsinnig quirliger Mensch. Das war schon immer so. Ich glaube, ich war ein sehr anstrengendes Kind. Und ich denke, das hab ich ein bisschen von meiner Mama, die ist auch sehr quirlig.
Wie würden Sie den Menschen Tanja Raunig beschreiben?
RAUNIG: Quirlig, energiegeladen, bin ein emotionaler Mensch, ehrgeizig und auch stur.
Welche Frage würden Sie sich selbst zum Abschluss dieses Interviews stellen?
RAUNIG: Mein Lebensmotto?
Nach welchem Motto leben Sie?
RAUNIG: Ein Zitat von Goethe. Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen.
Features
Wortspenden
Name: Tanja Raunig
Geboren: 3. Mai 1989, Haimburg
Wohnort: Wien
Beruf: Schauspielerin
Lieblingsessen: Pizza von der Mama
Traumauto: eines, das fährt
Lieblingsmusik: Electronic
Um 7 Uhr morgens: schlafe ich, wenn es geht
Ich ärgere mich über: Unehrlichkeit Am besten ausspannen kann ich: beim Musikmachen
Lieblingsfilm: "Stadt der Blinden" und "In einer besseren Welt"
Lieblingsschauspieler: Julianne Moore
Ich singe: immer gerne
Zur Person
Filmengagements: 2009 zehn Drehtage als "Rita Ratte" für die Serie Tom Turbo. Engagement bei "Der Aufschneider" 2010 mit Josef Hader und Oliver Baier. Vor allem ist Tanja Raunig einem Millionenpublikum als Tochter des Tatort-Kommissars Harald Krassnitzer bekannt. Im Herbst läuft "One Way Trip" im Kino an.









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