Bezirks- und Gemeindesuche
Artur Worseg: "Ich kenne die alle, nackt und ängstlich"
Artur Worseg, Österreichs bekanntester Schönheitschirurg, im Sommergespräch über Promis, Neid und seinen Job als Zeitungsverkäufer.

Foto © KLZ/WeichselbraunSchönheitschirurg Artur Worseg
Wir frühstücken hier im Restaurant Seespitz und blicken auf das Schloss Velden, das derzeit dringend einen Käufer sucht. Wär das was für Sie?
ARTUR WORSEG: Nein, das Schloss kaufen wäre ein Blödsinn. Aber, ich werde immer wieder gefragt, ob ich nicht hier in Kärnten etwas machen möchte. Das würde ich gerne. Außerdem würde es die Nachsorge für meine Kärntner Kunden erleichtern. Für das Hotel wäre es eine Chance zur Ganzjahresauslastung mit den Themen "Gesundheit und Schönheit".
Die Gastronomie hat Sie ja, mit eigenem Lokal und jetzt einer Buschenschank in Wien, seit jeher begleitet. Ein Hobby von Ihnen?
WORSEG: Ich bin damit aufgewachsen, wie jeder Kärntner halt. Es ist wie eine Sucht: Ich sehe in Restaurants immer, was man besser machen könnte. Was mich bis heute ärgert, ist, wenn ein Kellner weggeht und nichts mitnimmt beim Zurückgehen. Die Erfahrungen kann man auch in der Medizin einbringen. Im Pflegebereich wird versucht, Hotelmaßstäbe einzuführen. Auch bei der Einrichtung meines Institutes achte ich auf Wohlfühl-Standards.
Nicht nur unter Ihren Patienten, auch in Ihrem Umfeld, wie man in den TV-Berichten sieht, gibt es viele Prominente. Wie fühlen Sie sich als bodenständiger Typ in der schrillen Seitenblicke-Gesellschaft zwischen Lugner & Co.?
WORSEG: Ich kenne die alle ganz anders: nackt und ängstlich. Und da lässt man sich von allem anderen Getue nicht mehr beeindrucken. Schlussendlich sind sie alle gleich.
In den TV-Dokus bekommt man schon den Eindruck, dass man nur Reich sein muss, um schön zu sein...
WORSEG: Das ist nicht so. Viel gefährlicher ist jedoch die derzeitige Entwicklung in Richtung: Man muss nur reich sein, um gesund zu werden! Dass man sich gute Medizin kaufen muss, ist schon jetzt Tatsache. Die wirklich guten Ärzte aller Fachrichtungen bleiben nicht im Spital, die sind privat. Privat heißt aber, dass man ihn selbst zahlen muss.
Operieren sie deshalb auch hin und wieder Menschen, die nicht so wohlhabend sind, gratis?
WORSEG: Das ist nicht ganz selbstlos. Denn, wenn man so jemanden helfen kann, fühlt man sich unbeschreiblich wohl. Gerade in der Schönheitschirurgie hat man nur selten medizinische Freuden. Jemandem etwas Gutes zu tun, gibt einem ein warmes Gefühl.
Sie scheinen ein sehr gefühlvoller Mensch zu sein. Eine Emotion, die Ihnen jedoch auch stets entgegenschlägt, ist Neid. Wie geht es Ihnen damit?
WORSEG: Die Neider sind extrem, vor allem unter Ärzten. Und meine Medienpräsenz schürt die Missgunst natürlich, das ist nicht nur schön. Das tut weh - vor allem, wenn man ein Schwachmatiker ist, wie die meisten, die von allen geliebt werden wollen. Leuten, die innerlich nix spüren, denen ist das wurscht. Aber mich hat das schon getroffen.
Die Medien dokumentieren Ihr ganzes Leben. Ist das nicht lästig?
WORSEG: Es war meine Entscheidung, mich auf die Medien einzulassen. Da muss man auch damit leben, wenn einmal etwas veröffentlicht wird, womit man nicht so eine Freude hat.
Ihr aktuelles Leben ist aus Print und Fernsehen bekannt. Wie sind Sie aufgewachsen?
WORSEG: Mein Elternhaus steht in Köstenberg, ich bin in Velden zur Volksschule gegangen, dann in Wien ins Internat. Als Jugendlicher war ich übrigens der erste Zeitungsverkäufer der Kleinen Zeitung. Ich war mit dem Mofa unterwegs, hinten drauf der Stapel Zeitungen. Die habe ich in der Nacht in den Lokalen verkauft. Und dort meine Lehrer beim Feiern angetroffen. Das war aber ganz gut so, denn wenn ich zu spät in die Schule gekommen bin, hat es immer geheißen: Der Arme muss immer bis spät in die Nacht arbeiten.
Wo sind Sie denn zu Hause - Wien oder Kärnten?
WORSEG: Das ist schwer. Man sagt immer, wo man geboren ist. Aber es geht darum, wo man sich verbunden fühlt. Wenn ich nach Kärnten komme, ist es schön, man kennt ein paar Leute von früher, aber so richtig zu Hause fühle ich mich nicht. In Wien bist halt auch nie ein echter Wiener.
Wie fühlt man sich als Kärntner in der Bundeshauptstadt?
WORSEG: Mit dem Kärntner Schmäh kommt man in Wien noch immer sehr weit. Die Mentalität kommt uns auch entgegen: Der Kärntner ist ein bisserl trickreicher, misstrauischer. Das Windische haben wir halt alle in uns. Damit kommt man aber gut voran, das braucht man in Wien.
Vom Zeitungsverkäufer zum bekanntesten Schönheitschirurgen des Landes. Sind Sie am Ziel?
WORSEG: Da hab ich schon was erreicht. Wenn man so etwas, wie das Schönheitsinstitut mit 40 Mitarbeitern, selbst aufgebaut hat, dann braucht einem keiner mehr was sagen. Mit allen Fehlern und Erfolgen ist man hineingewachsen. Diese Erfahrungen möchte ich in Zukunft beim Aufbau von Projekten einsetzten.
Features
Zur Person
Artur Worseg. 1959 in Paternion geboren und in Köstenberg aufgewachsen. Er promovierte an der Universität Wien.
Institut. Als Aesthetic Center Wien 1998 von Worseg gegründet, entstand daraus 2008 das heutige Institut für plastische Chirurgie. Worseg beschäftigt 40 Mitarbeiter. Ein Standort in Kärnten ist geplant.
TV. Medienpräsenz erreichte Worseg durch seine TV-Auftritte - etwa in der ATV-Doku-Soap "Operation Schönheit" und die "Seitenblicke-Gesellschaft".
Freizeit. Die verbringt Worseg mit Sohn Paris (6), mit dem er seit einem halben Jahr alleine lebt. Fit hält er sich mit Laufen und Boxen.








