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"Als Kind parodierte ich Pfarrer und Schulwart"
Der St. Andräer Christian Schwab (31) ist Kabarettist und Ö3-Comedian. Bei uns spricht er über Job, seine "theaterbesessene" Familie und über privates Glück "in der zweiten Runde".

Foto © KK/PrivatIm Ö3-Wecker-Studio: Christian Schwab mit Fiona Swarovski
Seit 2002 sind Sie bei Ö3 für Comedy zuständig. Zu hören waren und sind Sie etwa als Sepp Schnorcher, als einer der "zwoa Lovntola" und mit den "Schulerinnerungen der Spitzenpolitiker". Nebenbei stehen Sie mit den "Comedy Hirten" auf der Bühne. Worauf wird man am öftesten angesprochen?
CHRISTIAN SCHWAB: Die Rolle Sepp Schnorcher ist die bekannteste. Es ist cool, eine Comedyfigur zu schaffen, die zur Marke wird. Das gelingt einem nicht oft. Es ist jedoch Segen und Fluch zugleich.
Inwiefern?
SCHWAB: Man muss aufpassen, um nicht auf den Mann mit Hut beschränkt zu werden, der lustige Bauernregeln aufsagt.
Die gesamte Familie Schwab ist mit dem Theater verbunden. Hat das die Karriere beeinflusst?
SCHWAB: Die Karriere wurde mir in die Wiege gelegt. Mein Papa war schon immer theaterbesessen. Er war 33 Jahre Obmann des Theatervereins "Kultur aktiv" und bei der Markusbühne und in Eberndorf tätig. Er hatte ein Kindertheater, in das ich reinwuchs. Meine Schwester studierte Theaterwissenschaft und ist in der Regieassistenz selbstständig, mein Bruder gründete die Bühne in Albeck und spielt dort. Meine Mama kompensiert den ganzen Wahnsinn und hält alles zusammen. Ohne sie wären wir aufgeschmissen.
Trotz familiärer Vorbelastung wurde nicht die Theater-, sondern die Comedyschiene eingeschlagen.
SCHWAB: Alfred Dorfer und Josef Hader inspirierten mich. Mit 14 wusste ich, das will ich auch.
Mit dem St. Pauler Gernot Kulis ward Ihr als die "zwoa Lovntola" auf Sendung und habt Begriffe, wie "Gfetzach", "Tscherfl" und "wantsche Tudl" bekannt gemacht.
SCHWAB: Die "zwoa Lovntola" waren ein Phänomen. Die Rubrik gibt's seit Jahren nicht mehr und es gab nur rund 20 Folgen. Mittlerweile gibt es eine Facebook-Gruppe, die ein Comeback fordert. Ich habe auch von einer Vorarlbergerin gehört, die im Tal Urlaub gemacht hat, weil ihr der Dialekt so taugt.
Wird es ein Comeback geben?
SCHWAB: Das glaube ich nicht. Mittlerweile müssten wir wohl Dialekt-Nachhilfe nehmen, weil wir schon so lange in Wien sind.
Was wären Sie, wenn Sie nicht Comedian geworden wären?
SCHWAB: Dann wäre ich wohl im Amateurbereich, etwa bei Theatergruppen und Gilden, und würde einen Job ausüben, den man mit HAK-Matura hat. Ich habe früher ferial bei einem Notar gearbeitet, vielleicht wäre ich dort verblieben. Dann wäre die Finanzkrise wohl noch mehr ausgeufert. Aber nicht aus Böswilligkeit meinerseits, sondern aus Unvermögen.
Sind Sie noch oft in Ihrer alten Heimat St. Andrä?
SCHWAB: Ein Mal im Monat. Wenn wir mit den "Hirten" in der Nähe auftreten, etwa in der Steiermark, fahre ich auch immer heim.
Gibt es einen Lieblingsort?
SCHWAB: Die nicht asphaltierte andere Seite des Lavantradweges ist total schön, ich laufe gerne dort. Dort ist auch mein Lieblingsplatz, wo wir von der HAK aus ein Biotop betreut haben.
Noch andere Hobbys?
SCHWAB: Alle Sportarten. Ich spiele Eishockey und bin VSV-Fan, ich liebe Bergsteigen und Ausdauersport. 2009 war ich am Kilimanjaro, heuer lief ich mit meinem Bruder den Stockholm-Marathon.
Sie haben ein Talent, Leute zu parodieren.
SCHWAB: Ich habe schon als Kind andere parodiert. Den Schulwart, Verwandte, den Pfarrer. Beruflich kann ich sechs Parodien gut, etwa Profiler Thomas Müller, Karl-Heinz Grasser oder Jogi Löw. Jörg Haider war eine meiner besten Parodien.
Wurde Haider nach seinem Tod aus dem Programm gestrichen?
SCHWAB: Auf Ö3 kommt er noch spärlich vor. Haider ist ein Phänomen. Er ist zwar tot, aber füllt nach wie vor Titelseiten.
Wie kamen Sie zu Ö3?
SCHWAB: Nach der Matura bewarb ich mich, bekam aber eine Absage. Danach arbeitete ich für Antenne Kärnten und Steiermark. Ö3 wurde dadurch auf mich aufmerksam. Seit 2002 bin ich bei Ö3. Über die Reihenfolge bin ich froh, denn beim Privatradio kann man viel lernen und probieren, dann weiß man bei Ö3 schon, in welche Abteilung man will.
Sie sind noch ledig. Warum?
SCHWAB: Laut Statistik heiraten die meisten mit Ende 20 und lassen sich mit 35 scheiden. Ich bin 31 und überspringe die erste Runde. Ich steige in der zweiten ein.
INTERVIEW: BETTINA FRIEDL
Features
ZUR PERSON
Name. Christian Schwab
Geburtsdatum. 29. Jänner 1979
Familienstand. Ledig
Aufgewachsen. In St. Andrä
Wohnort. Wien
Hobbys. Eishockey, Bergsteigen (2009 am Kilimanjaro), Laufen (im Juni 2010 am Stockholm-Marathon teilgenommen) und Lesen
Karriere. Nach der Matura drei Jahre bei Antenne Kärnten und Steiermark, seit 2002 bei Ö3 (war als Sepp Schnorcher und einer der "zwoa Lovntola" auf Sendung, derzeit mit "Schulerinnerungen der Spitzenpolitiker"). Schwab, Gernot Kulis, Peter Moitzi und Herbert Haider sind die "Comedy Hirten"








