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Zuletzt aktualisiert: 01.08.2009 um 22:49 UhrKommentare

Kleindienst : "Ich komme so oft es nur geht ins Lavanttal"

ORF-Moderatorin Sonja Kleindienst (38) im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. Sie erzählt über ihre Karriere, ihre Familie und ihr Hobby, die Musik.

Moderatorin Sonja Kleindienst

Foto © KK/Privat, SchweigerModeratorin Sonja Kleindienst

Im Jahr 2008 haben Sie geheiratet. War es Liebe auf den ersten Blick?

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Sonja Kleindienst im Word-Rap

KLEINDIENST: Für mich schon. Meinen Mann Bernhard habe ich am 24. Dezember bei "Licht ins Dunkel" kennen gelernt, denn er ist Techniker beim ORF. Das ist nun über 15 Jahre her. Seit der Hochzeit heiße ich übrigens Engl-Kleindienst.

Waren Sie damals schon Moderatorin für den ORF?

KLEINDIENST: Nein, damals habe ich bei "Licht ins Dunkel" gesungen. Ich hätte mir nie gedacht, jemals beim ORF zu arbeiten.

Wie kamen Sie zu Ihrem Job?

KLEINDIENST: Ich habe erfahren, dass es ein Casting für "Treffpunkt Kärnten" gibt und dachte mir, schmähhalber könnte ich hingehen. Dann habe ich gewonnen. Das war 1997. Ich durfte von der Pike auf alles erlernen, habe Dokus gedreht, Drehbücher geschrieben, moderiert. Die Vielfalt ist das Schöne an meinem Beruf.

Sie haben die Pädak absolviert, Gesang an der Jazzakademie studiert und auch ein bisschen Psychologie. Wie kommt man da auf den Beruf der Moderatorin?

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Über ihr Heimatgefühl

KLEINDIENST: Ich wollte immer etwas Künstlerisches machen, entweder mit Musik, Schreiben oder Schauspiel. Ich habe schon als Kind Geschichten geschrieben und gern mit Leuten geredet. Dann kam das Casting dazwischen.

Haben Sie sich schwer getan, den Dialekt abzulegen?

KLEINDIENST: Bei meinem ersten Radio-Interview - damals war ich Sängerin - hatte ich einen wilden Lavanttaler Slang drauf. Jetzt aber nicht mehr so schlimm, obwohl er noch abrufbar ist. Ich bin stolz auf meinen Lavanttaler Dialekt und er wird mir bestimmt nie abhanden kommen.

Was war der schönste Moment in Ihrer Karriere?

KLEINDIENST: Da gab es viele. Etwa Interviews mit großen Persönlichkeiten, wie Udo Jürgens, Maximilian Schell, Dave Brubeck.

Welcher war der bewegendste Moment?

KLEINDIENST: Ich bin sensibel und nah am Wasser gebaut. Ich habe schon oft beim Moderieren mit den Tränen gekämpft, beispielsweise jedes Jahr bei der "Eva"-Gala, bei der Frauen für besondere Leistungen ausgezeichnet werden. Man muss ein cooler Michl sein, wenn einen die Schicksalsschläge kalt lassen.

Können Sie sich noch an Ihre erste Moderation erinnern?

KLEINDIENST: Das war eine "Treffpunkt"-Sendung über Nikolaus und Krampus. Ich war irre nervös und musste auch noch Gitarre spielen und singen. Als die Sendung vorbei war, ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen.

Wie ist es heute, wenn Sie auf der Bühne stehen. Haben Sie noch Lampenfieber?

KLEINDIENST: Im ersten Moment kribbelt es schon ein bisschen, aber wenn der Funke zum Publikum überspringt, dann ist das so, als würde dir jeder einzelne Zuschauer die Hand geben. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Und ich bin immer wieder dankbar dafür, dass ich das machen darf.

Wie sieht's mit "Hoppalas" aus? Versprecher?

KLEINDIENST: Immer wieder (lacht). Ich stehe zu jedem meiner Versprecher, niemand ist perfekt. Außerdem sollen die Zuhörer mitbekommen, dass keine Roboter sprechen. Beim letzten Versprecher habe ich im Radio bei einer Tiersuch-Meldung Cocktail-Spaniel statt Cocker Spaniel gesagt.

Was wollen Sie noch erreichen?

KLEINDIENST: Ich habe schon sehr viel erreicht und weiß das zu schätzen. Der größte Erfolg meines Lebens war mein Sohn Moritz, der drei Jahre alt ist. Ich habe ein wirklich schönes Leben. Ich arbeite derzeit nur 40 Prozent, damit ich viel Zeit für meinen Buben habe. Wenn er zur Schule geht, werde ich wieder mehr im Funkhaus sein. Außerdem habe ich einen tollen Mann und super Eltern.

Apropos Eltern: Sie leben in Maria Rain bei Klagenfurt. Wie oft besuchen Sie Ihre Eltern?

KLEINDIENST: Wir fahren so oft es geht ins Lavanttal, bestimmt zwei Mal pro Monat. Meist schlafen wir dann eine Nacht in der Wohnung meiner Eltern. Ich liebe Wolfsberg, jede Ecke birgt Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend in sich. Meine Eltern kommen uns auch oft in unser Haus besuchen. Mein Nachbar ist übrigens Arbeitskollege Mike Diwald.

Wie das?

KLEINDIENST: Mike hat vor uns dort gewohnt und erzählt, dass nebenan ein Rohbau zum Verkauf steht. Mein Mann und ich haben uns diesen angeschaut und uns sofort verliebt. Das war 2001. Als Wohnungskind konnte ich mir ein Haus nie vorstellen, jetzt ist es umgekehrt.

Welche Hobbys haben Sie?

KLEINDIENST: Meine Familie und die Musik. Ich habe bisher zwei CDs herausgebracht. Viele glauben, dass das Musizieren ein zusätzlicher Brotverdienst ist, aber es ist eher mit Kosten, als mit Gewinn verbunden. Doch es wäre schade, wenn man seine kreative Ader als Gabe nicht zu schätzen wüsste. Auf der Bühne singe ich aber nur und lasse meine Gitarre lieber im Koffer, denn es gibt viele, die besser spielen als ich.

INTERVIEW: BETTINA FRIEDL

Foto

Foto © KK/Privat, Schweiger

"Kleine"-Redakteurin Bettina Friedl mit Sonja Kleindienst im "Orpheo"Foto © KK/Privat, Schweiger

Sonja Kleindienst

Geboren. 7. April 1971

Wohnort. Maria Rain, Klagenfurt

Aufgewachsen. In Wolfsberg

Familienstand. Verheiratet mit Bernhard Engl

Kind. Sohn Moritz, drei Jahre alt

Sendungen. Moderatorin bei Radio Kärnten, im Fernsehen bei "Treffpunkt Kärnten", "Kärnten Heute" und "Licht ins Dunkel"

Im Word-Rap

Wenn ich nicht Moderatorin geworden wäre, wäre ich jetzt . . .Schauspielerin, Ärztin, Kinderbuch-Illustratorin, Psychologin, Lehrerin . . . all das, das ich für meinen Sohn bin.

Drei Dinge, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde?. . . Meinen Sohn Moritz, meinen Gatten Bernhard und ein Handy, um meine Eltern zu Hause anrufen zu können.

Eine Person, mit der ich gerne einmal Mittagessen würde?. . . Robbie Williams, Harald Schmidt, Thomas Gottschalk. Aber ich würde ohnehin keinen Bissen runterbringen.

So richtig abschalten kann ich?. . . bei einem Latte Macchiato direkt an der Lavant.

Meine größte Stärke?. . . meine positive Einstellung zum Leben.

Meine größte Schwäche?. . . Ich komme nur schwer an einer Boutique vorbei. Ein Durchgang muss drin sein.

Meine Lieblingsmusikrichtung?. . . Alles, von Volksmusik bis hin zu Jazz, Schlager und Pop.

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