Mit Gesten sagen Babys, was sie wollen
Gegenseitiges Verstehen vor der Sprachentwicklung - im Eltern-Kind-Zentrum "Kimama" in St. Veit lernen Babys in Kürze, sich mit der "Zwergensprache" leichter zu verständigen.

Foto © WalcherVenena Pucihar mit Tochter Nina (14 Monate) und der Kimama-Hebamme Irmgard Wetternig (von links)
Nina, 14 Monate alt, tippt mit dem Zeigefinger an ihr Ohrläppchen, als Mutter Verena Pucihar sie fragt, welches Buch sie anschauen sollen. "Sie will das Buch mit dem Mädchen lesen", freut sie sich über die Reaktion ihrer Tochter. Auch wenn es für einen Außenstehenden ganz unbedeutend aussehen mag, hier handelt es sich um einen klaren Fall von "Zwergensprache".
Und diese können jetzt auch St. Veiter Babys und ihre Eltern und Großeltern lernen. Bei einem Vortrag am 23. Februar (9 Uhr) beim "Buzzltreff" im Eltern-Kind-Zentrum "Kimama" zeigt Hebamme Irmgard Wetternig vor, wie im Kurs ab 3. März sprachbegleitend Gesten gelernt werden, die das gegenseitige Verstehen vor der Sprachentwicklung erleichtern. Im zwölfstündigen Aufbaukurs lernen Kinder und Eltern ungefähr 80 Zeichen des Alltags. Ob Hunger, Durst oder fehlende Kuscheleinheiten den Nachwuchs plagt oder ob eine neue Windel angebracht ist, wird dann eindeutig verstanden. "Wir bilden für Eltern und Kinder eine Kommunikationsbrücke zwischen dem sechsten und dem 20. Lebensmonat", so Wetternig, die dafür eine spezielle Ausbildung absolvierte. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass beide Hirnhälften der Kinder stimuliert werden. Viele Kinder beginnen früher als üblich zu sprechen.
Begeisterung
"Ich schätze es sehr, dass ich mein Kind besser verstehe, auch wenn ich nicht so oft bei ihm bin wie seine Mutter", ist Thomas Maier begeistert von dieser Methode. Tochter Marie drückt die geschlossenen Finger ihrer rechten Hand immer wieder in ihre ausgestreckte linke Hand, was "mehr" bedeutet. In diesem Fall mehr von dem Wasser, das sie gerade zu trinken bekam. Angst davor, dass die Kinder die Muttersprache nicht erlernen wollen, muss man keine haben. Wetternig: "Ungefähr im 20. Lebensmonat beginnen sich die Kinder mit nachgesprochenen Worten auszudrücken, die Gebärdensprache tritt in den Hintergrund und wird irgendwann vergessen."
Features
Kimama - Treffpunkt für junges Leben
Kimama. Der Name stammt aus dem Indianischen und bedeutet "Schmetterling". Zu finden ist das Eltern-Kind-Zentrum in der Grabenstraße 34 in St. Veit. Infos zum aktuellen Angebot unter "www.kimama.co.at" oder bei Ingeborg Jannach, Telefonnummer (0 66 4) 402 93 78 oder "ingeborg.jannach@drei.at".
Preis. Buzzltreff und Hebammensprechstunde freier Eintritt (freiwillige Spende), sonst geringe Selbstkostenbeiträge. Der Kurs "Zwergensprache" kostet 120 Euro (zehn Stunden).
Angebot. Jeden Donnerstag Kimama-Treffpunkt: Hebammensprechstunde jeden dritten Donnerstag von 9 bis 11 Uhr und von 18.15 bis 19.15 Uhr. Buzzltreff wechselnd mit Stillgruppe, Hebammensprechstunde und Stillberatung jeden ersten, zweiten und dritten Donnerstag von 9 bis 11 Uhr, jeden vierten Donnerstag von 15 bis 17.30 Uhr. Stillinfoabende jeden vierten Donnerstag von 19 bis 20.30 Uhr. Geburtsvorbereitung ab der 20. Schwangerschaftswoche jeden Dienstag von 17.30 bis 19 Uhr im Sozialzentrum Bräuhausgasse. "Tanz mit meinem Bauch" jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr im Sozialzentrum Bräuhausgasse.
Laufend Vorträge und Kurse zu Themen wie Zwergensprache, Beckenbodentraining, Kinder-Notfall-Kurs und Yoga und vielem mehr.








