Großkraftwerk: Projekt fehlt Plan B
Nächste große Polit-Baustelle in Kärnten: Klagenfurt harrt der Entscheidung über Gasdampfkraftwerk. Klare Alternativen gibt es bisher nicht.

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Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft und EU-Kommission, Eingaben beim Verfassungsgerichtshof und eine ausufernde Umweltverträglichkeitsprüfung, weil der Abwicklung misstraut wird - die Entscheidung über das an der Gemeindegrenze Klagenfurt-Ebenthal geplant Gasdampfkraftwerk zieht sich. Die Klagenfurter Stadtwerke als Projektbetreiber machen mit der Drohung explodierender Fernwärmekosten Druck. Einen Plan B, für den Fall eines negativen Bescheides, gibt es nicht. Die Stadt ruft nach einem "Runden Tisch" mit der Landespolitik, doch die ist mit sich selbst beschäftigt - die Energiewirtschaft als weitere große Polit-Baustelle.
Die Stadtwerke haben keinen Plan B und laut Pressesprecher Harald Raffer auch kein Interesse daran: "Wir haben den besten Plan mit der Art des Kraftwerkes und dem Standort und viel Geld investiert". Eine brauchbare Alternative habe ihnen bisher niemand gezeigt. Das lässt die Marktgemeinde Ebenthal nicht gelten. "Wir sind nicht die Verhinderer vom Dienst", sagt Bür
germeister Franz Felsberger. Ebenthal würde die Errichtung eines bedarfsgerechten Kraftwerks unterstützen. Das derzeitige Projekt sei "völlig überdimensioniert". Mit dem früheren Klagenfurter Bürgermeister sei ein vernünftiges Gespräch nicht möglich gewesen. Jetzt warte er auf Vorschläge des neuen Bürgermeisters Christian Scheider.
Ausbau der Biomasse
Während Scheider vom Land eine beschleunigte Entscheidung will, hat Wirtschaftsreferent Vizebürgermeister Albert Gunzer als Plan B zwei Varianten: das Kraftwerk an einem anderen Standort "außerhalb von Klagenfurt" zu errichten oder die Fernwärmeversorgung über mehrere kleinere Biomasse-Anlagen. Der Ausbau der dezentralen Biomasse-Kraftwerke ist auch für Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz der Plan B. Diese würden aber mehr Emissionen und Feinstaub verursachen.
Ein Biomasse-Kraftwerk gibt es bereits im Süden Klagenfurts, die Stadtwerke verfügen über eines in Emmersdorf, das nur zu einem Viertel ausgelastet ist und ein privater Betreiber will in Lendorf eines bauen. Dazu kommen die Energie-Autarkie-Pläne der Stadt St. Veit, die Teile von Klagenfurt mitversorgen könnte. Nur eine Koordinierung der Pläne gibt es nicht. Für Gunzer steht aber fest: Plan B, welcher auch immer, tritt in Kraft, wenn es einen positiven Bescheid für das Großkraftwerk gibt, dieser aber beeinsprucht wird.








