Geheiratet wurde zünftig bis exotisch
Zahl der Eheschließungen blieb im Vorjahr im Bezirk annähernd gleich. Aber Arten und Orte der Zeremonien werden immer ausgefallener.
Eine Ehe ist die wichtigste Entdeckungsreise, die der Mensch unternehmen kann", stellte schon der dänische Philosoph Sören Kierkegaard im 19. Jahrhundert fest. 2011 trauten sich im Bezirk St. Veit 276 Paare, diese Reise anzutreten, im Jahr davor waren es fast gleich viele (278). Und was auffiel: Außergewöhnliche Trauungsorte werden immer beliebter.
"Bei uns wird von Fall zu Fall geprüft, ob wir die Hochzeit beispielsweise auf der Burg Liebenfels stattfinden lassen, wenn der Rahmen festlich genug ist", sagt der Liebenfelser Standesbeamte Karl Rainer, der abwechselnd mit seinem Kollegen Günther Radlacher die Zeremonien durchführt. Beliebt ist auch das Stift St. Georgen am Längsee. Dort gaben einander im Vorjahr unter anderen Nyi Nyi Aung und Tin Tin Lwin aus Burma das Jawort - natürlich nicht im Rahmen einer österreichischen standesamtlichen Trauung, sondern einer religiösen Zeremonie. Aber auch an besonders bewegende Zeremonien erinnern sich Standesbeamte gerne. "In Frauenstein heiratete 2011 ein Paar, das schon sehr lange zusammenlebte. Der Mann war sehr krank, seine Gefährtin pflegte ihn. Mich berührte diese Trauung sehr", sagt Standesbeamtin Walburga Fleischhacker.
Hochzeit in der Almhütte
Zünftig in Tracht und Lederhose wurde eine Hochzeit im Familienkreis auf der "Maurerhütte" auf der Flattnitz in der Gemeinde Glödnitz gefeiert. Und die Guttaringer Standesbeamtin schwärmt vom Gastgarten des Gasthofes "Kassl": "Dieser ist für Hochzeiten einfach ein Traum."
In Friesach werden in der Virgilkapelle im Fürstenhof sowohl Hochzeiten in mittelalterlicher Ausstattung als auch in Weiß oder Tracht zelebriert. "Wir erleben hier jedes Jahr eine bunte Mischung. Von den 40 Hochzeiten im Vorjahr kamen 19 Paare von auswärts", so Standesamtsleiterin Barbara Craigher. Auch St. Veit ist ein beliebter Hochzeitsort: 29 Paare von auswärts heirateten im Vorjahr in der Bezirkshauptstadt. Und in Straßburg wird neben dem Standesamt auch gerne das Schloss für Trauungen genutzt.
Übrigens: Das größte Plus bei Hochzeiten verbuchte im Vorjahr Glödnitz (200 Prozent), und das größte Minus die Gurktaler Nachbargemeinde Deutsch-Griffen (minus 85,7 Prozent). Dort hat nur ein Paar "Ja" gesagt.
Features
FAKTEN
Althofen. 21 Paare trauten sich im Jahr 2011 in Althofen (minus 12,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum Jänner bis Dezember 2010)
Brückl. Fünf (minus 61,5 %)
Deutsch-Griffen. Eine Trauung (minus 85,7 %)
Eberstein. Fünf (plus 150 %)
Frauenstein. 15 (plus 50 %)
Friesach. 40 (minus 9,1 %)
Glödnitz. Sechs (plus 200 %)
Gurk. Sechs (minus 33,3 %)
Guttaring. Sechs (minus 14,3 %)
Hüttenberg. Drei (minus 50 %)
Kappel am Krappfeld. Zehn (plus 11,1 %)
Klein St. Paul. Zehn (plus 25 %)
Liebenfels. 15 (minus 34,8 %)
Metnitz. Sechs (minus 33,3 %)
Micheldorf. Fünf (gleich viele)
Mölbling. Sieben (gleich viele)
St. Georgen am Längsee. 21 (plus 75 %)
St. Veit. 73 (plus 19,7 %)
Straßburg. 14 (plus 55,5 %)
Weitensfeld. Sieben (minus 36,4 %)
FAKTEN
Gesetz 1984 geändert. Bis 1984 war es nur möglich, am Standesamt zu heiraten. Die Gesetzesänderung entstand, um zu schwer kranken Menschen zu kommen, die heiraten wollten. Heute kann, wenn der jeweilige Bürgermeister den gewünschten Ort als Trauungsort gewährt und die Aktensicherheit gewährleistet ist, auch auf Burgen, Schiffen oder an anderen Orten geheiratet werden.








Derzeit gibt es hier keine Fotos zu diesem Thema.
