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    Zuletzt aktualisiert: 11.12.2011 um 05:10 UhrKommentare

    Seit zehn Jahren Streit um "ausgeräumtes" Schloss

    Das Schloss Stadlhof in Sankt Donat hat einen neuen Besitzer: Hermann Fleischhacker. Der ärgert sich über den Baustopp, weil Böden und Bilder aus dem Schloss fehlen.

    Der neue Eigentümer Hermann Fleischhacker vor seinem Schloss Stadlhof ärgert sich: "Wenn ich in der Wirtschaft so lange für eine Lösung brauche wie die Justiz, überlebe ich nicht." Der Streit um das Gebäude dauert bereits zehn Jahre

    Foto © Philipp NovakDer neue Eigentümer Hermann Fleischhacker vor seinem Schloss Stadlhof ärgert sich: "Wenn ich in der Wirtschaft so lange für eine Lösung brauche wie die Justiz, überlebe ich nicht." Der Streit um das Gebäude dauert bereits zehn Jahre

    Von außen betrachtet, steht Schloss Stadlhof samt Nebengebäuden in neuem Glanz und schönstem Schönbrunngelb da! Doch im ersten Stock des um 1590 errichteten Gebäudes herrscht Rohbauatmosphäre. Der Grund: "Vorvorbesitzer Martin Auer, ein Grazer Bäcker, hat zwischen 1991 und 2001 Fußböden, Wandgemälde, Kachelöfen und einen Wandbrunnen entfernt und anderweitig verwendet. Böden und Öfen sind unauffindbar, ich hätte sie aber gerne wieder. Sie gehören zum Gebäude", ärgert sich der Unternehmer Hermann Fleischhacker aus Silberegg bei Althofen. "Die Ölbilder sind bei einem oberösterreichischen Kunsthändler aufgetaucht, sie wurden nach Kärnten zurückgebracht. Jetzt lagern sie restauriert im Kärntner Landesarchiv. Um sie ist ein Rechtsstreit entbrannt. Zwei Werke blieben unauffindbar", sagt Doris Petautschnig vom Bundesdenkmalamt Kärnten. Jetzt steht der Innenausbau, weil die Ölbilder direkt an der Wand angebracht und mit Gips fixiert waren. Sie müssen angebracht werden, bevor verputzt werden kann.

    Wilhelm Deuer vom Landesarchiv bestätigt das – und auch den zehn Jahre dauernden Rechtstreit: "Wir gehen davon aus, dass die Bilder fix mit dem Gebäude verbunden waren, also juristisch wie Freskos zu behandeln sind. Der Prozessgegner des Landes sieht das aber anderes. Erst wenn das Gericht entschieden hat, können die Bilder dem rechtmäßigen Eigentümer ausgehändigt werden" sagt Deuer.

    Das heißt: Bilder, die nur aufgehängt waren, hat der Vorbesitzer, dem das Schloss 1990 bis 2001 gehörte, entnehmen dürfen. Mit dem Gebäude verbundene Werke aber gehören – überspitzt formuliert – der Geschichte des Landes Kärnten! Die großen, tapetenartigen Ölgemälde aus der Zeit um 1775 zeigen Besitzungen des damaligen Schlossherrn Hans von Stadler.

    Unersetzlich

    Deuer: "Kunsthistorisch sind die Bilder nicht so bedeutend. Aber sie sind wertvolle topografische Zeitzeugen, die dem Land erhalten bleiben sollten. Es sind die ersten bildlichen Darstellungen einiger Bauten und ihrer Umgebung. Die Bilder sind von geschichtlicher Bedeutung und nicht ersetzbar."

    Laut Fleischhacker liegt der Streitwert bei 45.000 Euro. Dabei geht es um die Restitution der Bilder und die Kosten für die Sanierung. Als neuer Schlossherr steckt er in der Warteschleife eines Prozesses, den Vorvorbesitzer und Vorbesitzer führen. Zehn Jahre wird prozessiert. "Wenn ich in der Wirtschaft so lange für eine Lösung brauche, überlebe ich nicht", ärgert sich Fleischhacker über die langsame Justiz.

    Martin Auer fühlt sich im Recht: "Das Oberlandesgericht Graz hat mir die Zahlung der Sanierungskosten von 45.000 Euro durch das Land Kärnten zugesprochen. Das Land hat das Schloss explizit ohne Bilder gekauft. Die Bilder sind mir egal, ich will nur mein Geld."

    Die Landesjuristen halten sich bedeckt und berufen sich auf ihre Schweigepflicht in einem laufenden Verfahren.

    PHILIPP NOVAK

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    Foto © Philipp Novak

    Bild vergrößernKein Wunder, dass der neue Besitzer bisher wenig Freude am Schloss hatFoto © Philipp Novak

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    Bild vergrößernDass an solchen Stellen Bilder fehlen, ist unübersehbarFoto © Philipp Novak

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    Bild vergrößernIn dieser Nische befand sich ein Brunnenbecken. Es wurde ausgebautFoto © Philipp Novak

    Schloss Stadlhof

    Erbaut. 1580 von Franz Stadler, vermutlich nach Plänen von Johann Georg Hagenauer mit barocker Fassade ausgestattet.

    Besitzer. Bis 1990 Fräß-Ehrfeld. Von 1991 bis 2001 im Besitz der Grazer Familie Auer. 2001 bis 2009 im Besitz des Landes Kärnten (LIG). Es sollte ein Holzforschungszentrum installiert werden. Seit 2009 im Besitz des Unternehmers Hermann Fleischhacker. Das Gebäude wird grundlegend saniert.

    Bilder. Die umstrittenen Bilder zeigen Schloss Stadlhof, das evangelische Bürgerspital in der Klagenfurter Karfreitstraße, St. Peter am Wallersberg, Kirche und Pfarre von Meiselding, Kapelle des Kollerhofes bei St. Veit, erste Ortsansicht von St. Donat.

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