Schließung von Ämtern kein Thema
Im Bezirk Sankt Veit ist eine komplette Verwaltungszusammenlegung in fast allen Gemeinden kein Thema. Zusammenarbeit wird aber großgeschrieben.

Foto © KKDurch Zusammenarbeit sparen ist für die meisten Gemeinden im Bezirk nichts Neues mehr
In Althofen und Kappel am Krappfeld wird über eine vom Land angeregte Verwaltungszusammenlegung nachgedacht. Wir fragten in den anderen Gemeinden des Bezirkes nach, was man davon hält und wie schon jetzt kooperiert wird.
In Guttaring sei diese Idee auch schon "in den Raum gestellt" worden, sagt Bürgermeister Herbert Kuss: "Aber wir haben noch nicht darüber nachgedacht. Wir wirtschaften ohnehin sparsam." Von einer kompletten Verwaltungszusammenlegung hält man in kaum einer Gemeinde etwas. Gurks Bürgermeister Siegfried Kampl: "Das sollte man nicht überstrapazieren. Dadurch würde man noch mehr Probleme mit Abwanderung bekommen." Zudem wollen die Gemeindechefs, dass das Service für den Bürger erhalten bleibt. Deutsch-Griffner Bürgermeister Hans Prodinger: "Wenn das Gemeindeamt zu weit entfernt ist, ist das ein Nachteil."
Klein St. Pauls Bürgermeister Hilmar Loitsch befürchtet, dass Mitarbeiter gekündigt werden müssten: "Wir haben gute Mitarbeiter, die einen Platz brauchen." Das sieht auch Ebersteins Gemeindechef Andreas Grabuschnig so: "Man könnte vielleicht dann darüber nachdenken, wenn eine Planstelle frei wird." Manche Verwaltungseinheiten seien ohnehin schon enorm verkleinert worden. "Wir haben sechs Planstellen genehmigt, aber es sind nur vier Vollzeit- und ein Teilzeitposten besetzt", sagt der Weitensfelder Bürgermeister Franz Sabitzer. In Metnitz habe man seit 1973 ein Drittel an Personal eingespart, sagt Bürgermeister Anton Engl-Wurzer: "In der gleichen Zeit wurde in der Landesregierung das Personal um ein Drittel aufgestockt. Diese Leute sollen uns am Land nicht sagen, dass wir noch mehr Personal einsparen sollen." Der einzige Gemeindechef des Bezirkes, der sich für Zusammenlegungen ausspricht, ist Josef Kronlechner aus Friesach: "Die Strukturen sind heute nicht mehr zeitgemäß, man braucht größere Verwaltungseinheiten."
Bestehende Kooperationen
Für Zusammenarbeit sind alle Gemeindechefs offen. Schon jetzt gebe es große Kooperationsverbände, so St. Veits Bürgermeister Gerhard Mock, wie den Abfallwirtschaftsverband Völkermarkt-St. Veit, den Reinhalteverband St. Veit, den Wasserverband Glan sowie die "Wasserschiene" Krappfeld-Althofen-St. Veit-Klagenfurt. Und auch im Kleinen wird viel kooperiert. "Wir haben keine Kehrmaschine, bei uns machen das die Althofener. Dafür mähen wir bei ihnen die Böschungen", sagt Micheldorfs Bürgermeister Heinz Wagner. "Wir haben mit Weitensfeld ein ,Go mobil'", sagt der Glödnitzer Bürgermeister Hans Fugger. Wo sich die wenigsten eine Kooperation vorstellen können, ist die Schneeräumung. Straßburgs Bürgermeister Franz Pirolt: "Wenn Schnee fällt, braucht man sowieso alle Geräte selbst."
Frauensteins Bürgermeister Karl Berger will nun auf die Ergebnisse der Verhandlungen des Gemeindebundes warten. Und Brückls Gemeindechef Wolfgang Schaller sagt: "Die Verwaltungszusammenlegung ist klar von der Gemeindezusammenlegung zu trennen."








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