Konflikt im Schatten des Giebelkreuzes
In Bad Kleinkirchheim gärt es zwischen Gemeinde und Bergbahnen. Hintergründe, wie die örtliche Raiffeisenbank die Geschehnisse in der Tourismus-Gemeinde mitbestimmt.
Der orange Bürgermeister von Bad Kleinkirchheim, Matthias Krenn, und der farbenfreie Geschäftsführer der Kleinkirchheimer Bergbahnen GmbH & Co. KG, Rudolf Egger, sind einander nicht grün. Doch im Hintergrund wirft ein überdimensionales schwarzes Giebelkreuz auf gelbem Grund graue Schatten über den Ort.
Stunk. Bekanntlich gibt es seit einigen Wochen Stunk im Schi- und Thermenort. Der Bürgermeister möchte den Bergbahnen-Chef Rudolf Egger, loswerden. Dabei ist ihm jedes Mittel recht. Eine Resolution im Gemeinderat sollte Egger von seinem Posten entheben, den er laut Vertrag noch bis Ende 2009 bekleidet. Die darin erhobenen Vorwürfe reichen aber kaum aus, den Bergbahnen-Chef in die Wüste zu schicken.
Konkursreif. Seit Egger im Jahr 2000 die Geschäfte übernommen hat, stieg der Umsatz der Bergbahnen von 6,5 auf 13,5 Millionen Euro, der Cash Flow von 1,5 auf sechs Millionen Euro und die Entschuldungsdauer wurde von 15 auf 4,7 Jahre gesenkt. Dies bei einem Unternehmen, das 1995 knapp vor dem Konkurs stand, wären nicht viele kleine Aktionäre mit ihrem Privatkapital und das Land Kärnten zur Rettung des Unternehmens ausgerückt. Auch das neue Römerbad - viel kritisierter Stein des Anstoßes - hat die angepeilten Besucherzahlen bereits übertroffen. Mit 90.000 Besuchern in den ersten fünf Monaten wurden bereits 65 Prozent der erwarteten Eintritte erreicht. Wirtschaftliche Gründe können es also nicht sein, warum Egger vorzeitig gehen soll. Was man ihm aber vorwerfen kann: Er ist überkorrekt, lässt sich nicht viel sagen, was viele auch als Sturheit deuten, und seine oft merkwürdigen Alleingänge werden auch im Ort schief beäugt.
Mächtiger Einfluss. Den Zwist zwischen Bürgermeister und Bergbahnen-Chef allein auf die unpassende Chemie zurückzuführen, wäre zu kurz gegriffen. Blickt man nämlich hinter die Kulissen der Nockberge, schiebt sich immer wieder das schwarze Giebelkreuz von Raiffeisen ins Blickfeld. So unauffällig die Bank an der Dorfstraße auch ist, so mächtig ist ihr Einfluss im Ort. Das Netzwerk des Geldinstituts in der Gemeinde ist weit verzweigt. Fünf Raiffeisenleute sitzen im 15-köpfigen Gemeinderat und an führenden Positionen in Vereinen.
Beispiele gefällig? Mit Karl Gruber musste im Jahr 2000 ein Raiffeisen freundlicher Geschäftsführerkollege wegen Unregelmäßigkeiten von der Bergbahnen-Bühne abtreten. Egger wurde Alleinvorstand in den mittlerweile zur Aktiengesellschaft umgewandelten Bergbahnen.













