Heimat der steinernen Jungfrau
Der Markt Weitensfeld feiert heuer stolz 800-Jahr-Jubiläum. Mit Speckfest, Karl May-Festspielen und Kranzlreiten gibt's dort gleich mehrere Gelegenheiten zu feiern.
Wo reitet Winnetou? Wo gibt's bekannte Kärntner Trachtenmode? Und wo laufen junge Burschen um den Kuss der steinernen Jungfrau? Richtig, in Weitensfeld. Rund geht's in der Gemeinde im Gurktal heuer noch weitaus mehr als sonst - denn der Markt feiert 800-Jahr-Jubiläum.
Expertise. "Die Mitarbeiter des Landesarchives haben eine Expertise erstellt. Demnach wurde 1202 zum letzten Mal der alte Markt, also Altenmarkt, urkundlich erwähnt und 1211 erstmals der neue Markt Weitensfeld. Das heißt, die Gründung des Marktes muss irgendwann in die Zeit dazwischen fallen. Und wir haben beschlossen, das Jubiläum 2008 zu feiern", sagt der Weitensfelder Bürgermeister Heinz Hochsteiner.
Alte Geschichte. Die Geschichte des Gebietes selbst ist weitaus älter: In den Gurktaler Bergen versteckten sich einst die Kelten vor den Römern, ehe diese dort einen Verkehrsweg errichteten und in Altenmarkt eine Poststation bauten. Diesen Ort im heutigen Markt Weitensfeld gab es nachweislich schon im 9. Jahrhundert nach Christi. Wie lang es Weitensfeld selbst gibt, ist nicht genau belegt. Fest steht eben nur, dass der Ort vor rund 800 Jahren zum Markt wurde.
Zeit nicht sehen geblieben. Als solcher macht er seinem Namen noch heute alle Ehre - denn trotz des beachtlichen Alters ist im Gurktal die Zeit nicht stehen geblieben. 87 Gewerbebetriebe sichern den 2474 Bewohnern ihre Jobs, wie etwa das bekannte Trachtenhaus Strohmaier und ein Therapie-, Wellness- und Ausbildungszentrum.
Diebe stahlen Glasscheibe. Und historisch hat Weitensfeld noch viel mehr zu bieten als das 800-Jahr-Jubiläum. Älter als der Markt selbst, nämlich 838 Jahre alt, ist die "Magdalenenscheibe" aus Weitensfeld. Dabei handelt es sich um das älteste Glasfenster Österreichs. Dieses Werk ist so berühmt, dass es im Jahr 1930 vor Dieben gerettet werden musste, die die Scheibe nach Amerika verschiffen wollten.
Kranzlreiten. Nicht weniger berühmt ist das Kranzlreiten, das als ältestes Brauchtum Kärntens gilt. Dieses geht auf eine Sage aus der Pestzeit zurück. Um 1567 soll im Markt die Pest derart gewütet haben, dass nur drei Burschen und ein Mädchen überlebt hätten. "Bei diesem Mädchen handelte es sich um das Burgfräulein vom Schloss Thurnhof in Weitensfeld.












