Kärntner des Tages: Cooler Typ in heißer Krise
Korporal Martin Ebner (20) aus Friesach ist Kärntens jüngster Soldat beim Tschad-Einsatz des Bundesheeres. Mitte nächster Woche geht's los.

Foto © BH/Wukonschitz"Respekt vor Einheimischen, denn man weiß nicht, was einen erwartet", sagt Martin Ebner
Kann man sich darauf freuen: Bei Frost in den Flieger ein- und bei 40 Grad plus wieder auszusteigen? Wenn einen Giftspinnen, Schlangen und Skorpione erwarten? Ja, man kann! So wie Martin Ebner aus Friesach. Der Zwanzigjährige ist der jüngste Kärntner beim Tschad-Einsatz, der nächste Woche beginnt.
Sanitäter."Seit November haben wir gelernt, wie man sich verhält, wenn man in ein Minenfeld gerät. Wir wurden über Kultur, Land und Leute aufgeklärt und wissen, dass man Einheimischen nicht die linke unreine Hand geben darf und dass man vorsichtig und zurückhaltend im Umgang mit Frauen sein muss." Als Sanitäter wurde er zusätzlich geschult, Hitzschlag, Stich- und Schussverletzungen sowie Bisse und Stiche von giftigen Tieren zu behandeln. Ebner wird in einem Notarztwagen eingesetzt, das ist nicht ganz ungefährlich. "Da sind wir immer unterwegs, wenn irgendwo Soldaten verletzt sind. In Notfällen können wir auch Einheimischen zu Hilfe kommen."
Tschad-Aufenthalt.Als sie von Martins Plänen erfuhren, waren Eltern und Freundin zuerst "abgeneigt. Ich habe mich lange mit ihnen unterhalten und jetzt unterstützen sie mich." Der Tschad-Aufenthalt ist Teil von Ebners Kaderpräsenzeinsatzes. Engagiert hat sich der Friesacher schon von klein auf. Mit sieben ging er zur Jugendfeuerwehr, seit dem 17. Lebensjahr ist er beim Roten Kreuz. Nach dem Grundwehrdienst ging er als Rauchfangkehrer zurück in die alte Firma, doch ein Ausbilder macht ihm das Bundesheer schmackhaft. Ebner: "Es ist ein sicherer Job und man hat viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden."
Bundesheer-Ausbildung.Für die Zukunft kann er sich gut eine Bundesheer-Ausbildung zum Diplomkrankenpfleger vorstellen, "aber nur, wenn ich nirgendwo einen Job als Berufsfeuerwehrmann finde". Dazu passen seine Hobbys: "Meine Erholung ist die Feuerwehr - und Zeit mit meiner Freundin zu verbringen." Dass es im Tschad für ihn und seine Kameraden brenzlig wird, glaubt er nicht: "Wenn man den Einheimischen Respekt entgegenbringt, wird schon alles gut ausgehen!"














