Neue Verkehrsinsel als Gefahrenstelle
Ortsdurchfahrt Gurk um 400.000 Euro verkehrsbe-ruhigt. Mit wenig Erfolg: Acht Autos fuhren binnen 14 Tagen in die neue Verkehrsinsel.

Foto © NovakGemeinderat Müller kritisiert die neue Verkehrsinsel in der Ortseinfahrt von Gurk. Acht Unfälle sind innerhalb kurzer Zeit passiert
Wer von Weitensfeld nach Gurk fährt wird seit einigen Wochen von einer neuen Verkehrsinsel gebremst. Nicht jeder Autofahrer nimmt die als Schikane angelegte Insel wahr. Allein an einem Tag krachten laut Polizei drei Autos in die Verkehrsinsel, nachdem ein Lkw zuvor das Fahrbahn-Hinweisschild "weggeräumt" hatte. Acht Unfälle wurde innerhalb von zwei Wochen aufgezeichnet.
"Täuschung". Der wilde Gemeinderat mit freiheitlicher Gesinnung, Ewald Müller, und SPÖ-Gemeinderat Thomas Wuzella sehen im Bau Fehler der Straßenmeisterei Friesach. Wurzer: "Es ist ganz klar zu sehen, dass die alten Verkehrsleitlinien nicht entfernt wurden. Das täuscht die Autofahrer." Die Leitlinien führten direkt auf die Verkehrsinseln zu. Nachdem das aufgezeigt wurde, rückte die Straßenmeisterei aus, um die Linien zu korrigieren.
"Gewohnheitsfaktor". Dennoch gibt es Kritik seitens des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. Derartige Straßenstücke dürften erst freigegeben werden, wenn alle Sicherheitskriterien erfüllt sind. Etwa ein Monat lang sei das dort nicht der Fall gewesen. Martin Kobald vom Kuratorium: "Es muss alles passen. Denn solche Maßnahmen werden oft von ortsansässigen Autofahrern schlecht wahrgenommen, der Gewohnheitsfaktor spielt eine große Rolle." Eine Kontrolle des Straßenstückes gibt es auch von Volker Bidmon, Leiter der Landes-Straßenbauabteilung: "Wir müssen schauen, dass irritierende Linien wegmarkiert werden, dass auch bei Nässe und Nacht nichts durchschimmert."
Zu schnell unterwegs. Ebenfalls kritisch sieht die Polizeiinspektion Strassburg die Verkehrslösung: "Diese Ortseinfahrt hätte flüssiger gestaltet werden können. Auch steht ein Baum in der Nähe der Insel, es ist eine Frage der Zeit bis dort was passiert", so Abteilungsinspektor Wilfried Gruber. Allerdings mahnt er auch die Gurktaler Autolenker: "Die meisten Unfalllenker waren zu schnell, einer ist eingeschlafen. Die Autofahrer müssen wissen, dass sie mit Überraschungen auf der Straße rechnen müssen, deshalb muss die Fahrweise immer der Situation angepasst sein."














