Kaindl-Werk ist fraglich
Kartellbehörde prüft noch immer Verkauf von FunderMax an Kaindl.

Foto © KoscherFunderMax in St. Veit hat großes Knowhow in der Beschichtung von Papieren. Kaindl ist in Sachen Holz top
Die Ankündigung war euphorisch: Die Firma Kronospan des Salzburger Unternehmers Peter Kaindl übernimmt Teile der zur Constantia Gruppe gehörenden Firma FunderMax. In Aussicht gestellt wurde in diesem Zusammenhang die Errichtung eines Kronospan-Werkes auf dem Standort St. Veit. Das war im Oktober des Vorjahres.
Euphorie abgeflaut. Acht Monate später ist die Euphorie indes empfindlich abgekühlt. Nach einer ersten Prüfungsphase, die ein halbes Jahr gedauert hat, will die EU-Wettbewerbsbehörde noch eine zweite Phase anschließen.
"Verkaufsangebot noch aufrecht". Angeblich soll Stanislaus Turnauer, Vorstand der Constantia-Gruppe, durch das lange Verfahren das Interesse an dem Verkauf verloren haben. "Der Deal ist noch nicht über die Bühne, das stimmt. Aber Turnauer hat das Verkaufsangebot noch nicht zurück genommen", versichert Erlfried Taurer, Geschäftsführer von FunderMax in St. Veit.
Expansionspläne. Peter Kaindl gehört zu Österreichs Top-Unternehmern mit über 30 Werken weltweit. Kronospan ist Weltmarktführer von veredelten Holzwerkstoffen und Laminatfußböden. Daher scheint auch das Interesse der Wettbewerbshüter an dem Deal so groß zu sein.
Ursprünglich. Und so sollte der Zusammenschluss ursprünglich aussehen: Der Salzburger Unternehmer, der die Öffentlichkeit scheut, wollte von FunderMax die Rohspanplatten-Fertigung am Standort Neudörfl, die Beschichtung der Spanplatten in St. Veit, die Tochterfirma Sprela im deutschen Spremberg und das Schwesterunternehmen Falco in Ungarn übernehmen. Bei der Constantia Holding wären die Bereiche Biofaser, Max Compact und imprägniertes Papier geblieben. Damit wären Kaindls Expansionspläne weiter voran getrieben worden.
Ansiedlung wurde unterstützt.Landeshauptmann Jörg Haider sprach im Oktober von einer Investition in Höhe von 120 Millionen Euro und 450 Arbeitsplätzen. Der KWF hatte bereits vorsorglich ein Förderungspaket geschnürt, um die Ansiedlung des neuen Werkes zu unterstützen.
Zustandekommen fraglich. Ob der Deal nach der zweiten Prüfungsphase der Kartellbehörde in dieser Form noch zustande kommt, ist fraglich. Taurer: "Ich weiß nichts von der Investition, da müssen Sie Herrn Kaindl fragen." Dieser war nicht erreichbar.













