Schratter: "Ich wurde fertiggemacht"
Die Ermittlungen gegen Hüttenbergs Albürgermeister Rudolf Schratter (SPÖ) wurden eingestellt. FPK-Bürgermeister Josef Ofner schweigt zu den Kosten der Anzeigenflut gegen Schratter.

Foto © Gebeneter
Herr Schratter, die Staatsanwaltschaft hat alle Ermittlungen gegen Sie eingestellt. Wurden Sie schon verständigt?
RUDOLF SCHRATTER: Ja, ich habe es schriftlich. Es ist zu Ende.
Wie viele Anzeigen gab es?
SCHRATTER: Rund 50 Vorwürfe, in 16 Gruppen zusammengefasst.
Worum ging es?
SCHRATTER: Es hieß, ich hätte als Museumsdirektor schlecht gewirtschaftet.
Ein großzügiger Umgang mit Geld wurde allgemein bemängelt. Haben Sie Fehler gemacht?
SCHRATTER: Eigentlich nicht. Ich war für drei Museen zuständig und hatte im Schnitt einen Abgang von 20.000 Euro pro Jahr. Unter der neuen Führung gab es 2011 ein Minus von 162.000 Euro.
Anzeiger war die Gemeinde Hüttenberg, vertreten durch Ihren Nachfolger Josef Ofner (FPK). Geben Sie ihm noch die Hand?
SCHRATTER: Ich wüsste nicht warum. Ich sehe ihn hie und da, das lässt sich nicht vermeiden. Es ist ihm immer sehr unangenehm.
Ofner beruft sich auf seine Pflichten: Er habe die Anzeigen einbringen müssen.
SCHRATTER. Verwunderlich. Er hätte mich nur einmal fragen müssen, ich hätte ihm Auskunft gegeben und er hätte keine Anzeige einbringen müssen.
Glauben Sie, dass die Anzeigen politischen Hintergrund hatten?
SCHRATTER: Ich glaube, das hat System. Bei der Gewerkschaft wurde mir mitgeteilt, dass es in Kärnten etwa 200 ähnliche Fälle gibt. Man wird so lange in der Öffentlichkeit fertiggemacht, bis man entweder aufgibt oder gegen eine Tunnelwand fährt.
Auch gegen Landeshauptmann Gerhard Dörfler laufen Ermittlungen, er beklagt mediale Vorverurteilungen. Haben Sie Verständnis?
SCHRATTER: Entschuldigen Sie, dass ich lache! Ich habe das drei Jahre lang mitgemacht, der Landeshauptmann wusste genau, was hier läuft. Er hat keinen Ton dazu verloren, dass meine Familie und die meines Kollegen in Mitleidenschaft gezogen werden.
Überlegen Sie eine Klage wegen Verleumdung?
SCHRATTER: Ja. Ich habe Unterlagen, die beweisen, dass die Anzeige wissentlich mit falschen Zahlen gemacht wurde.
Das ist ein schwerer Vorwurf.
SCHRATTER: Das ist richtig.
Sie fordern Ihre Wiedereinsetzung als Museumsleiter?
SCHRATTER: Ja, ich habe ein Rückkehrrecht, sobald die Disziplinarkommission feststellt, dass nichts war. Sobald sich die Kommission das Ergebnis der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ansieht, wird sie nichts anderes machen können, als mich und meinen Kollegen wieder einzustellen. Ich werde mir meinen Dienstposten mit Freude wieder holen.
Was fällt Ihnen zur Kärntner Landespolitik ein?
SCHRATTER: Furchtbar. Ich sitze gerade oben auf dem Berg und schaue in dieses schöne Land. Am Vormittag war ich unterwegs und habe die vielen netten Menschen getroffen. Und dann treibt man so ein Schindluder mit diesem Land. Das ist eine Schande!












