Sehr "reizende" Werbeplakate
St. Veiter Unternehmen werben mit Frauenkörpern. Jüngstes Beispiel: die Fleischerei Konrad Pfandl. Werberat warnt vor sexualisierten Frauendarstellungen.

Foto © KK/Kahlbacher Events & FotografiePfandl (links) findet, dass sein Fleisch sexy macht
Witzig oder doch sexistisch? Der Grat ist oft ein schmaler. Das zeigt auch das jüngste Beispiel aus St. Veit. Die Fleischerei von Konrad Pfandl wirbt in der neuen Geschäftsauslage mit dem Slogan "Unsa Fleisch mocht anfoch sexy". Zu sehen sind vier Mädels, die in Würstel hineinbeißen.
Pfandl möchte damit vor allem junge Menschen ansprechen. Er findet die Werbung gar nicht sexistisch, sondern humorvoll und meint: "Es hat sich bisher niemand darüber aufgeregt. Im Gegenteil, die Auslage wurde schon zigmal fotografiert." Markus Deutsch, Geschäftsführer des Fachverbandes "Werbung" in der Wirtschaftskammer Österreich, ist da vorsichtiger. "Natürlich muss man Werbung mit Humor sehen. Aber dennoch bedarf es an Sensibilität bei der sexualisierten Darstellung von Frauen", sagt Deutsch.
Auf "aufreizende" Werbung haben im Bezirk St. Veit in der Vergangenheit immer wieder Unternehmen zurückgegriffen. Die meiste Aufruhr gab es im Jahr 2010. Damals wurde die HirterBier-Werbung vom Werberat gerügt. Zwar gab es bisher noch keine Beschwerden, aber Deutsch könnte sich durchaus vorstellen, dass es auch eine Rüge für den Slogan "Geil auf Nudel?" der Friesacher Nudelmanufaktur Torbauer geben könnte. Die gezeigte Frau habe mit dem Produkt eigentlich nichts zu tun. Geschäftsführer Alexander Neunteufel dazu: "Die Werbung sollte durch Zweideutigkeit auffallen. Dass sie sexistisch ist, ist uns bewusst."
Laut Deutsch sollte man gerade mit Familienbetrieben nicht allzu hart ins Gericht gehen. Diese würden sich kaum mit dem Thema Sexismus in der Werbung beschäftigen. Generell sei in den vergangenen Jahren mehr Sensibilität gerade im deutschsprachigen Raum erkennbar.
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