Mit der Schwüle kommt der Feuerbrand
Zahlreiche Obstbäume im Kärntner Bezirk St. Veit weisen bereits die gefährliche Infektionskrankheit auf. Auf Antibiotika-Einsatz will man dennoch verzichten. Appell an Obstbauern und Hobbygärtner, Obstbäume und Ziergehölze zu beobachten.

Foto © ReutersTypische Merkmale für Feuerbrand sind abgestorbene Blätter und Stiele. Auslöser ist ein Bakterium
Der Feuerbrand, eine durch Bakterien ausgelöste Erkrankung von Obst- und Ziergehölzen, tritt jedes Jahr bei feucht-warmer Witterung auf. Während sich das Bakterium bereits im Frühjahr entwickelt, so treten die Tropfen des Bakteriumschleims erst bei Temperaturen zwischen 21 und 28 Grad aus. Der Feuerbrand wird sichtbar.
Heuer wurden die ersten Fälle aus dem Bezirk St. Veit gemeldet, wo sich Agrarlandesrat Achill Rumpold vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation machte. "Es beginnt nun eine Sicherheitskette zu laufen. Die Mitarbeiter unserer Pflanzenschutzabteilungen sind aktiviert", sagte Rumpold. Er appelliert aber nicht nur an die Obstbauern, sondern auch an die Hobbygärtner, Obstbäume und Ziergehölze wie Zierquitte oder Weißdorn genau zu beobachten.
Typische Merkmale von Feuerbrand sind dunkelbraun bis schwarz gefärbte Stiele der abgestorbenen Blätter an den erkrankten Zweigen. Die Triebspitzen krümmen sich aufgrund des Wasserverlustes hakenförmig nach unten. Junge Pflanzen sterben innerhalb weniger Wochen ab, bei älteren breitet sich die Krankheit innerhalb eines oder mehrerer Jahre aus und führt zum Absterben. Betroffene Pflanzenteile sind sofort zu entfernen und zu verbrennen.
Obwohl in Kärnten 42 Betriebe mit insgesamt 177 Hektar Anbaufläche vom Obstbau für den Frischkonsum leben und es rund 600.000 Bäume im Streuobstbau gibt, setzt Rumpold auf Beobachtung und rasches Reagieren. Auf den Einsatz des Antibiotikums Streptomycin will er verzichten. In der Vergangenheit hat es heftige Diskussionen darüber gegeben, ob Obstbäume gegen Feuerbrand gespritzt werden sollen oder nicht.














