Prüfer flog bei Fahrprüfung auf
Führerschein-Skandal an der Bezirkshauptmannschaft Sankt Veit. Eine Fahrschule brachte den Fall ins Rollen. Entlassener Mitarbeiter wird aus FPK ausgeschlossen.

Foto © KLZ/Traussnig
Ausgerechnet eine Fahrschule ließ den betrügerischen Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Sankt Veit einfahren. Der Mann - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - steht unter Verdacht des Amtsmissbrauchs, er ist bereits entlassen worden.
So könnte der Betrug mit den Führerscheinen abgelaufen und aufgeflogen sein: Der Mann - er ist noch FPK-Gemeinderat - hat in der Abteilung Kraftfahrrecht an der BH gearbeitet. Er war auch als Vortragender bei Fahrschulen tätig - in seinem Fall vor allem für ausländische Staatsbürger. Die meisten Kandidaten haben bei internen Vorprüfungen schlecht abgeschnitten, die offizielle Prüfung trotzdem geschafft. Mitarbeiter der Fahrschule schöpften Verdacht und informierten die BH, die die Polizei einschaltete. In der Vorwoche wurde der BH-Mitarbeiter dabei erwischt, wie er bei Prüfungen selbst die richtigen Antworten eingegeben hat.
Möglicherweise hat der Sankt Veiter die Prüfungsergebnisse auch nachträglich manipuliert. Diese müssen nämlich von einem BH-Mitarbeiter händisch bestätigt werden, bevor sie in das zentrale Führerscheinregister eingespielt werden. Dabei könnte aus einem "nicht bestanden" ein "bestanden" geworden sein. Bis zu 1500 Euro soll der Mann pro Prüfling kassiert haben, rund 100 Betrugsfälle soll es geben.
Für "Nachschub" an "zahlungswilligen" Führerschein-Kandidaten soll ein Unternehmer aus dem Raum Sankt Veit gesorgt haben. Der Mann, er stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien, sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn gibt es noch schwerere Vorwürfe. Er soll Frauen aus Nicht-EU-Ländern Aufenthaltsgenehmigungen verschafft haben. Es besteht zudem der Verdacht, dass er den BH-Mitarbeiter mit Details aus dessen Privatleben, erpresst habe.
Offizielle Auskünfte zu diesem Fall gibt es keine: "Die Ermittlungen werden noch drei Wochen dauern. Wir wollen möglichst alle Beteiligten erwischen, daher können wir jetzt noch keine Details nennen", sagt Rainer Dionisio, Pressesprecher des Landespolizeikommandos Kärnten.













