Integration steht groß auf dem Stundenplan
Die Volksschule 1 St. Veit setzt sich im Projekt "Vielfalt er-leben" mit Interkulturalität und Mehrsprachigkeit auseinander. Ende Juni gibt es dafür einen Preis des Unterrichtsministeriums.
Interkulturelles Lernen ist seit den 1990er-Jahren ein österreichisches Unterrichtsprinzip und keine leere Phrase", sagt Christine Mair, Direktorin der St. Veiter Volksschule 1. Als sie vor zwei Jahren ihre Stelle antrat, war der Anteil von Kindern mit interkulturellen Wurzeln bereits sehr hoch. "Dem wollte ich im Schulalltag Rechnung tragen", verrät sie.
Sie beauftragte im diesjährigen Schuljahr die Pädagogin Monja Petersen, ein entsprechendes Projekt für die Volksschule und die angeschlossene Allgemeine Sonderschule zu entwickeln. Projektpartner sollten Schüler, Lehrer, Eltern und Integrationsbotschafter sein. "Damit unser Projekt nachhaltige Wirkung bekam, starteten wir bereits im Oktober 2011 und hielten es das ganze Jahr mit verschiedensten Aktionen in der Aufmerksamkeit unserer Kinder", so Petersen. Im Vordergrund des Projektes standen die verbindenden Elemente. Petersen: "Durch Offenheit für andere Kulturen, Sprachen und Religionen machen wir kleine Schritte aufeinander zu." Bei der Projektpräsentation "Vielfalt erleben" im St. Veiter Rathaus Ende der Woche begeisterten Kinder aus zwölf Klassen und mit einem kulturellen Hintergrund von insgesamt 14 Nationen. Sie bemalten Fahnen und studierten mit einem eigenen Projektchor kroatische, englische und deutsche Lieder ein. Volkstänze aus drei Ländern, der Trickfilm "Ein Freund für Ferrat" und ein Film übers Brezelbacken und Weißwurstkochen sind lebendige Beweise für gelebte Toleranz und Persönlichkeitsentwicklung. Die Kinder verfassten auch ein multikulturelles Kochbuch sowie ein internationales Märchenbuch. Sie fertigten lebensgroße Holzfiguren, gestalteten Informationsplakate über Land, Leute und Religionen und studierten kleine Theaterstücke ein.
Zwei Botschafter
Auch das Thema Behinderung wurde mit dem Rollstuhlrapp der Sonderschule thematisiert. Kelly Kainz und Haris Bilajbegovic besuchten die Kinder in ihrer Funktion als Integrationsbotschafter und erzählten von ihrer eigenen Geschichte. "So etwas funktioniert nur, wenn sich Lehrer, Eltern und Kinder begeistert in die Sache einbringen", so Mair. Das ganze Projekt wurde für den Fairness Award 2012 des Unterrichtsministeriums eingereicht. Und erhielt prompt eine "Weiße Feder" als Symbol für "Fairness statt Gewalt".
Eine Delegation der Schule wird den Preis am 25. Juni in Wien entgegennehmen. Der Trickfilm nimmt am 13. Juni bei der Endausscheidung für den Kurzfilmwettbewerb "zeitim:puls²" im Wiener Votivkino teil. Das Projekt wird im kommenden Schuljahr weitergeführt und evaluiert.
Features
FAKTEN
Aufarbeitung. Die Themen Interkulturalität und Mehrsprachigkeit wurden im Projekt der Volksschule 1 St. Veit ganz unterschiedlich aufgearbeitet.
Aktivitäten. Die einzelnen Projekte und ihre Verantwortlichen: Fahnen der Nationen (Doris Auer, Susanne Nagelschmied-Ehlers); kroatische Lieder (Svetlana Pajicic); Projektchor (Dieter Habernig); Kärntner und mazedonischer Volkstanz (Margarethe Gursch); Schätze aus aller Welt (Andrea Holzinger, Betina Seidl, Gerlinde Leitner); Trickfilm "Ein Freund für Ferrat" (Margot Tatzer-Gedermann, Sandra Reichmann, Blue Cube Klagenfurt); Theaterstück "Die Geggis" (Karin Fischer); Interkulturelles Kochbuch und Film "Münchner Weißwürste mit Brezen (Andrea Krügerl-Rom, Heidi Jaritz, Andrea Seiler, Claudia Höfer); Internationales Märchenbuch (Brigitte Baumgartner, Betina Seidl); Sprechstück "Vom Viertelland ins Vielfaltland" (Brigitte Grosse); Rollstuhlrapp (Gertrud Pape, Dunja Leitgeb); Workshop Karikaturen (Petar Pismestrovic); Team Religionslehrer (Erika Dörflinger, Abdullah Khreisheh, Gertrude Kastner)











