Steinbock lässt Ziege im Stich
Tierisches Beziehungsdrama: Steinbock Friedrich schwängerte Ziege Schnucki vom "Stiebitzer-Hof" in Frauenstein. Jetzt haute er aber mit Ziegenbock Sepp ab.

Foto © Philipp NovakPlötzlich war Steinbock Friedrich fort. Schnucki blieb allein zurück
Dass Ziegenbock Sepp den letzten Oktober zugelaufenen Steinbock Friedrich neben sich duldete, überraschte die Bäuerin Aloisia Schinegger vom "Stiebitzer-Hof" in Frauenstein. Dass sich beide Böcke der geteilten Zuneigung von Ziege Schnucki erfreuten, wurde von der Familie mit Interesse beobachtet.
Anfang Mai wird Nachwuchs erwartet. Die Jungen, gezeugt von einem wilden Steinbock und einer Hausziege, werden aber ohne Vater aufwachsen. Selbst Ziegenbock Sepp wird als toleranter Ziehvater fehlen. "Der Steinbock Friedrich und der Ziegenbock Sepp sind einfach ausgebüchst", sagt Aloisia Schinegger. Das ist umso verwunderlicher, als Ziegenböcke "im Grunde eher nicht davon gehen" sagt Frau Schinegger. Ob da "Freigeist" Friedrich einen schlechten Einfluss auf Hausziegenbock Sepp ausübte? Jungbauer Christoph Schinegger schmunzelt. Er hat zumindest den Friedrich in flagranti mit Ziege Schnucki ertappt. "Wir wissen, dass Anfang Mai die Jungen kommen."
Ziege Schnucki ist nun jedenfalls beide Winterpartner los. Ihre Jungen wird sie trotzdem nicht alleine aufziehen müssen. Beim Schinegger lebt eine beachtliche Herde, weitere Jungtiere werden erwartet. Im Schutz der Großfamilie werden die verlassenen Jungtiere als "Halbwaisen", aber in geordneten Verhältnissen aufwachsen.
Bei den Schineggers rechnet man zudem noch mit der Rückkehr der Hallodris Friedrich und Sepp. "Ich schaue jeden Tag, ob sie irgendwo daher kommen", sagt die Bäuerin. Möglicherweise tauchen die Böcke aber erst im Oktober wieder auf. Dann, wenn es in den Wimitzer Bergen Winter wird und das Leben im Stall bequemer ist als im Wald.













