Ein Automat "vergibt" die Hotelbetten
Stadt St. Veit eröffnet Fuchspalast wieder. Nach Betreiber wird aber weiter gesucht. ÖVP kritisiert, dass Stama, die nun Hotel mitbetreut, Fremdenverkehrsabgabe erhält.

Foto © Lisa Holzfeind
Der Fuchspalast wird zum Automatenhotel - das wurde vorgestern in der Gemeinderatssitzung in St. Veit einstimmig beschlossen. In einem Monat könnte das Hotel schon in Betrieb gehen. Nach einem geeigneten Betreiber will die Stadt aber trotzdem weitersuchen.
"Wir werden im Fuchspalast einen 24 Stunden-Incoming-Automaten aufstellen. Die Leute können zu jeder Tages- oder Nachtzeit einchecken", sagt Bürgermeister Gerhard Mock. Zusätzlich wird die Rezeption aber Tag und Nacht von jeweils einem Mitarbeiter besetzt sein, der für eventuelle Fragen der Gäste bereitsteht. Die Kontrolle der Zimmer sollen die angemieteten Reinigungskräfte einer privaten Firma übernehmen. "Sie melden uns, wenn es eventuelle Schäden im Zimmer gibt und durch die Bankomat- oder Kreditkartenabrechnung können wir sehen, wer im Zimmer übernachtet hat", so Mock. Wirklich kontrollieren, wie viele Besucher in einem Hotelzimmer übernachtet haben, könne man laut Mock aber nicht.
Da es vor Kurzem zu Beschädigungen der Leuchten im Park des Fuchspalastes mit einem Schaden von 8000 Euro gekommen ist, wird die Stadt beim Eingang eine Videokamera installieren. Die Gesamtkosten - unter anderem für die Anschaffung von Hotelautomat und Hotelsoftware - betragen rund 36.000 Euro.
Kritik von ÖVP
Insgesamt gibt es 60 Zimmer für je zwei Personen. Eines wird 49 Euro kosten, ohne Frühstück. Eine Speisekarte wird derzeit mit einigen St. Veiter Unternehmen ausgearbeitet, die die Gäste verpflegen werden. Der Stadt bleiben etwa 28 bis 30 Euro pro Zimmer. Das Hotel-Management, das die Stama übernehmen wird, kostet der Stadt nichts. Die ÖVP kritisiert, dass die Anteile der Fremdenverkehrsabgabe nicht im ordentlichen Haushalt aufscheinen, sondern der Stama zugeteilt werden. Die Abgabe sei für den Tourismus bestimmt und die privaten Hoteliers erhalten durch das neue Hotel Konkurrenz.
Bis Ende des Jahres soll der Probebetrieb laufen, danach entscheidet es sich, wie es weiter- geht. Mock: "Wir suchen weiterhin nach einem Betreiber."
Features
FAKTEN
Straßensperren. Nach den Umbauarbeiten der ÖBB, die derzeit für Straßensperren in St. Veit sorgen, gibt es ab 9. April auch Verkehrsbehinderungen in der Personalstraße. Dort herrscht bei der Baustelle für das Betreubare Wohnen bis 4. Mai Wartepflicht für Gegenverkehr. An zwei Tagen wird die Straße gesperrt.
Abfallmengen-Statistik. Der Umwelt-, Land- und Forstwirtschaftsausschuss legte die Abfallstatistik des Vorjahres vor. Demnach hat die Stadt 6850 Tonnen Müll produziert. Eine geplante Umweltbroschüre wurde vom Ausschuss abgeändert und soll bald in einer neuen Form erscheinen.
Flächenumwidmung. Im Bereich des Therapiezentrums wurde eine Flächenumwidmung beschlossen. Was auf dem Grund gebaut werden soll, steht noch nicht fest. Eventuell könnte dieser früher oder später für eine Erweiterung des Therapiezentrums genutzt werden.
Anträge. Die ÖVP hat einen Mobilitäts-Scheck beantragt, der St. Veitern, die in Klagenfurt studieren, zur Verfügung gestellt werden soll. Gemeinderat Manfred Stromberger beantragte die Förderung zur Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen für Baby- und Kindernotfälle. Gemeinderätin Isabella König fordert die Deckelung des Zuschusses der Stadt für den Golfplatz.
FAKTEN
Hotel. Wurde am 28. Mai 1998 eröffnet, 14 Jahre lang von der Firma Rogner betrieben. Mehrere Betreiberwechsel und Schließung folgten.












