Täter nach Raubüberfall auf Cafè geschnappt
Spielsüchtiger (40) verlangte von Gästen eines St. Veiter Lokals die Herausgabe ihrer Brieftaschen. Er zielte mit der Pistole seines Großvaters auf sie. Gäste wehrten sich.

Foto © HautzenbergerDer St. Veiter überfiel das Café Leopold, weil er kein Geld mehr für die Befriedigung seiner Spielsucht hatte.
Drei Gäste eines Cafés in St. Veit mussten Montagabend Todesängste ausstehen: Gegen 22.30 Uhr stürmte plötzlich ein schwarz gekleideter, maskierter Mann mit einer Pistole in das Lokal. Der Täter forderte von den Gästen, einem ÖBB-Bediensteten (54), einem Pensionisten (63) und dessen Ehefrau (59), die Herausgabe ihrer Brieftaschen.
Der Täter hielt dafür einen Plastiksack auf. Der Pensionist ging kein Risiko ein und warf seine Brieftasche in den Sack. Seine Ehefrau stand auf und meinte, dass sie kein Geld habe. Der irritierte Täter wich daraufhin ein paar Schritte zurück. Das wollte der ÖBB-Bedienstete nutzen. "Er sprang auf und versuchte den Täter zu überwältigen", sagt ein Ermittler. In der Folge kam es zwischen dem Räuber und den drei Gästen zu einer Rauferei.
Der ÖBB-Bedienstete erlitt bei dem Gerangel eine Rissquetsch-wunde am Kopf. Lokalbesitzerin Gudrun Rausch, die sich zuvor in der Küche aufgehalten hatte, stürmte in den Gastraum. Gemeinsam gelang es vorerst, den Täter im Eingangsbereich zu Boden zu werfen. Er konnte sich aber losreißen und flüchtete zu Fuß. Zurücklassen musste er Baseballmütze, Sonnenbrille und Beute. Auch die zum Glück nicht geladene Waffe verlor er.
Bereits gestern Mittag konnte der Täter überführt werden. Es handelt sich um einen 40 Jahre alten beschäftigungslosen Mann, der von sich selbst sagt, dass er spielsüchtig sei. Aufgrund seiner Sucht leide er, so der Mann in der ersten Einvernahme, an ständiger Geldnot. Deshalb sei er auch auf die fatale Idee gekommen, das Café zu überfallen. Der Mann ist bereits wegen Einbruchs- und Diebstahldelikten amtsbekannt. Die Waffe hatte er von seinem Großvater geerbt.
Aufgrund der Täterbeschreibung - ein schmächtiger, kleiner, kahlköpfiger Mann - haben die St. Veiter Ermittler rasch die richtige Spur gefunden. "Durch ihre ausgezeichneten Insider-Kenntnisse ist dieser Fahndungserfolg gelungen", sagt Polizei-Pressesprecher Rainer Dionisio. Der 40-Jährige hat die Tat bereits gestanden.














