Bierdurst: Ösis hängen Deutsche ab
Die Österreicher hängen die Deutschen beim Bierdurst ab. Villacher Brauerei schenkt erstmals Bier auf dem sizilianischen Vulkan Ätna aus.

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Einst waren sie Weltmeister im Biertrinken. Mit 146 Liter Bierkonsum pro Kopf waren die Deutschen noch im Jahr 1980 unschlagbar. Das Bier von 1300 Brauereien musste schließlich an den Mann (die Frau) gebracht werden.
Jetzt müssen es auch die deutschen Biertrinker billiger geben - mittlerweile ist der Bierkonsum im Land von Kölsch und Weißbier auf 101,4 Liter pro Kopf und Nase gesunken. Was aber für das Selbstwertgefühl der deutschen Biertrinker besonders ruinös sein muss: Die Ösis haben die Deutschen beim Bierdurst im Jahr 2011 deutlich abgehängt. 108 Liter Gerstensaft wurden in Österreich pro Kopf getrunken - vom Baby bis zur Großmama.
Im Inland stieg der Bierausstoß um zwei Prozent von 8,26 auf 8,43 Millionen Hektoliter. Besonders eindrucksvoll sind die Exportzahlen mit einem Zuwachs von 19,4 Prozent. Das bedeutet, dass österreichisches Bier weit über die Landesgrenzen beliebt ist.
Den Export-Boom bestätigen die beiden Kärntner Brauereien Villacher und Hirter. Seit wenigen Monaten kühlt Villacher Bier die durstigen Kehlen an einem der heißesten Orte Italiens: Im Gipfelrestaurant des noch immer tätigen Vulkans Ätna fließt Villacher Bier aus den Zapfhähnen. "Italien ist für Villacher Bier eine Erfolgsgeschichte. Wir sind mittlerweile bis Sizilien vorgestoßen," sagt der Geschäftsführer der Villacher Brauerei, Josef Pacher. Eine starke Verlegergruppe rollt schön langsam ganz Italien auf. Das einstige Brauerei-Credo, dass man Bier nicht weiter als 200 Kilometer vom Brauerei-Schornstein entfernt liefern sollte, gilt längst nicht mehr. "Italiener sind sehr qualitätsbewusste Biertrinker und schätzen Starkbiere", so Pacher. Eigens für Italien wurde das "Birra Rossa" namens "Red" kreiert, das reißenden Absatz findet. 22.500 Hektoliter macht der Export nach Italien aus - eine Steigerung von zehn Prozent.
Auch beim Hirter Bier bekommen die qualitätsbewussten Italiener einen verklärten Blick. Pils, Morchel und Märzen finden sich in immer mehr Trattorien und Restaurants in Italien. Wie Hirter-Geschäftsführer Klaus Möller betont, ist Hirter erst bis Florenz vorgedrungen, man bewege sich jedoch schrittweise südwärts. Ein Plus von vier Prozent hat Hirter Bier in Italien erzielt. Angestachelt durch den Erfolg in Italien, möchte Pacher auch den Markt in Kroatien und Slowenien sondieren. Letzterer sei durch ein Quasi-Monopol in Slowenien äußerst schwierig zu erobern.
Während sich beim klassischen Bier die Steigerungsraten sowohl in Villach als auch in Hirt um rund ein Prozent bewegen, ist das Geschäft mit den alkoholfreien Drinks oder den Mischgetränken überschäumend. Beim Radler (Mischung von Bier und Limonade) verzeichnen die österreichischen Brauereien eine Steigerung von 32 Prozent. Haupt-Zielgruppe der Radler-Trinker sind Frauen. Sie sind es auch, die kleine Biere in eleganten, schlanken Gläsern bevorzugen. Mit Krügerl sind nur die wenigsten zu locken.
Den Grund für die Erfolgsgeschichte der alkoholfreien und alkoholarmen Getränke sehen die beiden Brauereidirektoren im stark geänderten Käuferverhalten. Vor allem Autofahrer seien beim Bierkonsum vorsichtig geworden, da kommen leichte Getränke gerade recht.
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Ein Prost auf den Radler
2011 setzten die österreichischen Brauereien mehr als eine Milliarde Euro um, vermeldet der Verband der Brauereien.
Der Bier-Verkauf der Villacher Brauerei ist seit dem Vorjahr um 1,02 Prozent gestiegen. Während der Bierverkauf in der Gastronomie stagniert, gab es im Handel ein Plus von 2,7 Prozent. Der Export nach Italien stieg um 10,11 Prozent.
50 Prozent des Villacher Biers werden an die Gastronomie geliefert, der Rest geht in den Handel.
Der Bier-Ausstoß der Hirter Brauerei ist zum Vorjahr um ein Prozent gestiegen, der Export nach Italien um vier Prozent.
Beim Radler betragen die Steigerungsraten in der Hirter Brauerei 200 Prozent, bei Villacher Bier 30.
In beiden Brauereien steigt der Absatz von alkoholfreien Drinks.












