Verlängerung im "Bräuhaus-Streit"
Maßnahmen gegen Lärmbelästigung erfüllt. Behörde prüft nun Betriebsgenehmigung für einzelne Räume. Betreiber bangt weiter um Existenz.

Foto © HolzfeindDie Cocktailbar mit Arno und Hermann Aichwalder (von links) und die Kellerbar sind noch immer geschlossen
Der Rechtsstreit um das "Alte Bräuhaus" in St. Veit geht in die nächste Runde. Obwohl nun alle von der Behörde geforderten Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind, fürchtet der Betreiber weiter um seine Existenz. Geprüft wird, ob weitere Räume gesperrt werden müssen.
"Ich bange um meine Existenz. Die Maßnahmen kosteten mich 50.000 Euro, gleich viel Umsatz habe ich in den letzten vier Monaten durch die verhängte Sperre von zwei Bars verloren. Und ich musste drei Mitarbeiter entlassen und einen zwangsbeurlauben", sagt Juniorchef Arno Aichwalder. Konkret geht es um einen Bescheid über die Anlagengenehmigung, der den Anrainern im Jahr 1979 nicht zugestellt wurde. "Dieser ist aber erst seit der neuen Gewerbeordnung von 1994 vorgesehen. Die Behörde prüft nun, welche Räume nachträglich zu genehmigen sind", so Rechtsanwalt Gottfried Kassin.
"Immer noch Lärm"
Aufgeworfen hat das der Anwalt einer Anrainerin. Aichwalder spricht von einem "rechtlichen Schachzug" und glaubt, dass versucht wird, Fristen absichtlich hinauszuzögern. Die Anrainerin dementiert das: "Wir wollen nichts verzögern. Die Lärmbelästigung ist immer noch gleich hoch." Laut dem Betreiber habe man den Lärm nun aufgrund der neu eingebauten Lärmschutzfenster und einer Schallschutzschleuse im Griff: "Wir haben sogar Plakate im Lokal aufgehängt, die unter anderem darauf hinweisen, beim Verlassen Schreien und laute Gespräche zu unterlassen."
Von der zuständigen Behörde gibt es dazu keine Auskunft: "Ich möchte keine Stellungnahme abgeben, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt", sagt Klaus Pletschko, Bereichsleiter für "Gewerbe und Wirtschaft" in der Bezirkshauptmannschaft. Wie lange dieses noch andauern wird, ist unklar.













