Verein legte Grundstein für Museum
Der Eisenbahner-Museumsverein St. Veit ist heuer 30 Jahre alt. Mitglieder retteten einst sogar alte Dampflok vor dem Verfall.
Sein 30-Jahr-Jubiläum feiert heuer der Verein "Verkehrsmuseum St. Veit". Ein paar Eisenbahner legten somit den Grundstein für das heutige Stadtmuseum am Hauptplatz St. Veit.
"Am Anfang wurden wir von der Kommunalpolitik belächelt. Dabei war das die letzte Möglichkeit, um viele Exponate zu retten. Dadurch haben wir heute ein in Europa einzigartiges Museum", sagt Karl Bodner, Gründungsobmann des Vereins. Eine Handvoll Eisenbahner sammelte die Exponate und stellte eine erste Ausstellung in der Raiffeisenkasse St. Veit zusammen. "Schließlich konnten wir Bürgermeister Friedrich Wolte gewinnen, und im Rathaus ausstellen", sagt Bodner. Damit hatte man ein erstes Museum - das war im Jahr 1982, dem Gründungsjahr des Vereines, der damals "Eisenbahner-Museumsverein Modellbau St. Veit" hieß. 1987 erhielt der Verein sein eigenes Museumsgebäude am Hauptplatz 29. Die Geschichte der Elektrifizierung oder der k. k. Staatsbahnen hat man ebenso dokumentiert wie jene der Eisenbahn während der Zeit des Nationalsozialismus. "Dafür erhielten wir viel Kritik. Aber ich habe immer gesagt: Das gehört zur Geschichte dazu. Der Landeskonservator unterstützte uns dabei", so Bodner.
Ein großes Thema war auch die Geschichte der Gurktalbahn, die einst durch den Verkauf von Aktien an die Gurktaler Bauern finanziert wurde und im Jahr 1969 nach einer Entgleisung eingestellt wurde. Anfang der 1990er-Jahre gelang den Vereinsmitgliedern eine besondere Errungenschaft. "Wir fanden eine ,52er'-Dampflok in Slowenien", sagt Bodner. Schließlich schaffte man es mit Eisenbahnerkollegen aus der Steiermark, die Lok zu kaufen und nach Knittelfeld zu bringen. Um eine Million Euro wurde das wertvolle Stück restauriert. "Die Hälfte hat uns ein Privater gezahlt, die andere Hälfte hat der Verein aufgebracht", sagt Bodner. Was folgte, war eine Nostalgiefahrt mit der Dampflok durchs Görtschitztal: "Das war ein richtiges Volksfest, an jeder Station hatte die jeweilige Gemeinde etwas vorbereitet." Ein kleineres, aber auch beliebtes Exponat, kam bei Festen in der Stadt zum Einsatz: eine Würstellok, die einst von einem Fleischhauer genutzt wurde und die man in einem Stall in Meiselding gefunden hatte. Mittlerweile ist das Stück verschwunden. Bodner: "Ich wäre froh, wenn sich jemand meldet, der etwas darüber weiß."
Museum erhielt Zuwachs
2003 beschloss die Stadt unter Bürgermeister Gerhard Mock, alle Museen unter ein Dach zu bringen. Das Verkehrsmuseum wurde ausgebaut und behindertengerecht gestaltet. 2004 wurde das Stadtmuseum eröffnet, das noch heute der Verein betreibt. Im gleichen Jahr wurde dieser in "Verkehrsmuseum St. Veit" umbenannt. Obmann und Museumsleiter ist Josef Kejzar. Bodner: "Und es gibt noch heute Leute, wie Josef Jaritz und Hermann Frühstück, die von der ersten Stunde an dabei sind und ehrenamtlich mitarbeiten."
Features
FAKTEN
Gründung. 1982 als "Eisenbahn-Museumsverein Modellbau St. Veit". Ausstellung im Rathaus.
Museum. 1987 zog man ins Haus Hauptplatz 29, in dem noch heute Stadtmuseum.
Ausbau. 2003 großer Umbau, seit 2004 ist dort das Stadtmuseum mit sieben Themen untergebracht. Verein in "Verkehrsmuseum St. Veit" umbenannt.
Im Internet. www.verkehrsmuseum-stveit.at (Verein), www.museum-stveit.at











