Die Schule im Schloss feiert 30er
3200 Schüler wurden in der Polytechnischen Schule Althofen im Schloss Töscheldorf seit 1982 auf das Berufsleben vorbereitet. Praxis und Berufsorientierung stehen im Vordergrund.
Seit 1982 werden in der Polytechnischen Schule (PTS) Althofen im Schloss Töscheldorf Jugendliche auf die Berufswelt vorbereitet. "Mehr als 3200 Schüler haben das neunte Pflichtschuljahr an der ,Poly' absolviert. Wir haben in den vergangenen Jahren im Schnitt 92 Prozent unserer Schüler am Arbeitsmarkt unterbringen können", sagt Direktor Franz Pichler.
"In Althofen hat die PTS einen großen Stellenwert. Wir sind froh, diesen Schultyp hier zu haben", sagt Bürgermeister Manfred Mitterdorfer. Das war nicht immer so. Als das neunte Pflichtschuljahr 1962 eingeführt wurde, waren Eltern und Schüler dagegen, dass die jungen Arbeitskräfte ein Jahr länger die Schule besuchen mussten. 1969 in Althofen eingeführt, war der Polytechnische Lehrgang (PL) - so hieß der Schultyp damals - an die Hauptschulen angeschlossen. "1976 wurde der PL selbstständig, wir starteten in der alten Volksschule St. Stefan. Wir hatten eine Farbkreide und ein Tafeltuch, nicht mehr. Ein wichtiger Schritt gelang 1982, als die ,Poly' ins Schloss übersiedeln konnte", erinnert sich der damalige Direktor Alfred Gruber (86). Das 415 Jahre alte Schloss war frei geworden, weil das BORG ins neue Bundesschulzentrum übersiedelte.
PTS vor der Kamera
Die Schule war aber auch österreichweit präsent. PTS-Lehrer Alfred Regenfelder drehte einen Film, der den Schultyp repräsentierte. Das Drehbuch stammte von Direktor Franz Pichler. "Bei der österreichweiten Einführung der Fachbereiche, aus denen die heutigen Schüler wählen können, war die PTS Althofen federführend", so Lothar Stelzer, ehemaliger Direktor und späterer Bezirksschulinspektor.
Viele heute Selbstständige und leitende Angestellte haben die Schule besucht. Stefan Pirolt (27) absolvierte die PTS im Jahr 2000. Er ist heute Lehrlingsausbildner bei der Treibacher Industrie AG und setzt voll auf PTS-Absolventen: "Die Schnupperlehren, die von den Schülern absolviert werden, haben eine große Aussagekraft und können ein Startvorteil bei der Lehrplatzsuche sein." Markus Terkl (36) ist stellvertretender Verwaltungsdirektor im Humanomed Zentrum Althofen.
Er absolvierte die PTS vor 22 Jahren: "Die Praxistage blieben mir positiv in Erinnerung. Über die Schnupperlehre schaffte ich den Sprung zum Lehrplatz im Humanomed-Zentrum. Ich finde, Jugendliche aller Schultypen sollten eine Berufsorientierungszeit absolvieren." Mittlerweile wurde die Schule an die heutige Zeit angepasst, mit modernen Werkstätten und EDV-Räumen. Und Direktor Pichler ist froh, dass die Schülerzahlen trotz Geburtenrückgangs stabil sind. Zur Diskussion über den Standort für die künftige PTS im Bezirk sagt er: "Ich will, dass die Zusammenlegung im Interesse der angehenden Facharbeiter möglichst gut über die Bühne geht."
Autoren. Journalist und Lehrer Philipp Novak hat den Bericht mit den Schülern der Gruppe Kommunikation der PTS Althofen erarbeitet.











