Taggenbrunn wird wieder aufgebaut
Unternehmer Alfred Riedl hat die Burg Taggenbrunn nahe St. Veit/Glan gekauft und will dort ein Jacques-Lemans-Uhrenmuseum einrichten - Heuriger und Weingärten auf dem Burghang inklusive.

Foto © TraussnigBurgbesitzer Jacques- Lemans-Chef Alfred Riedl hat große Pläne mit Taggenbrunn
In ein paar Jahren soll Kärnten um eine historische Touristenattraktion reicher sein: Der Unternehmer Alfred Riedl will die Burg Taggenbrunn nahe St. Veit/Glan wieder aufbauen und dort ein Uhrenmuseum, einen Heurigen und Räume für wechselnde Ausstellungen einrichten.
Wie die Kleine Zeitung berichtete, hat der Chef von Jacques-Lemans-Uhren erst vor Kurzem die Burg der Familie Kleinszig abgekauft. Gemeinsam mit dem Vorbesitzer wurden Pläne erarbeitet, wie man die um 1140/42 erstmals urkundlich erwähnte Burg auf Vordermann bringen könnte. "Derzeit versuchen wir, zu rekonstruieren, wie die Burg einmal ausgesehen hat", sagt Riedl, der dabei mit dem Denkmalamt zusammenarbeitet. Auch alte Zeichnungen nimmt er zur Hilfe - darunter ein Original von Markus Pernhart, das er durch Zufall erwerben konnte.
Zwei bis drei Jahre Bauzeit
Sobald alle für den Wiederaufbau nötigen Behördenverfahren abgeschlossen sind, sollen die Arbeiten beginnen. Riedl rechnet damit, dass die Burg in zwei bis drei Jahren fertig sein könnte. Sie wird dann für Besucher geöffnet, denen Einiges geboten werden soll. "Wir haben noch so ziemlich alle Uhrenmodelle aus knapp 40 Jahren Firmengeschichte", sagt Riedl. Neben den Jacques-Lemans-Uhren (vormals Corona) will er dort Ausstellungen von internationaler Bedeutung anbieten. Kulinarisch versorgt werden sollen die Gäste in einem exklusiven Heurigen, in dem die Produkte von Riedls Landwirtschaft angeboten werden. Wildspezialitäten oder Fische aus eigener Zucht soll es etwa geben.
Das Konzept abrunden sollen Weingärten auf dem Burghang, denn Riedl produziert schon jetzt auf 14 Hektar Wein. "Man könnte etwa wie am steirischen Pogusch zu Weinverkostungen laden und stünde dabei mitten im Weingarten", sagt Riedl, dem dabei eine grenzüberschreitende Kooperation mit Kärntner, friulanischen und slowenischen Winzern vorschwebt.
Über die Kosten kann Riedl noch keine genauen Angaben machen: "Mit ein paar Millionen Euro wird man da aber nicht auskommen. Aber wir sind in der glücklichen Lage, dass wir uns das finanziell leisten können."
Features
Geschichte der Burg
6. Jahrhundert vor Christus. Fluchtburg für Bevölkerung, keltisch-römische Siedlung.
860 nach Christus. Salzburger Bistum fasste dort Fuß.
1140/42. Erste urkundliche Erwähnung einer "Rahuinus de Takkenbrunnen".
1157. Erste urkundliche Erwähnung eines "Castrum Takenprunne".
1692. Letzter Pfleger übersiedelte nach Maria Saal, seither wurde Taggenbrunn nicht mehr bewohnt. Mehrere Besitzerwechsel folgten.
1883. Anlage ging an Familie Kleinszig.
2011. Alfred Riedl kaufte Burg.













