"Bin von den Kaufleuten enttäuscht"
St. Veits "Aktion 82"-Obmann Martin Sabitzer sprach mit der Kleinen Zeitung über den schleppenden Neustart, das Ende des "Einkaufszentrums Innenstadt" und die Zukunftspläne.
Seit Kurzem hat die St. Veiter Kaufmannschaft ihre Zukunft wieder selbst in die Hand genommen. Wie berichtet, überweisen die Kaufleute nach dem heurigen "Jahr des Stillstandes" ihre Beiträge nun direkt an die "Aktion 82" und nicht mehr an die Stama, um wieder mehr Eigenständigkeit zu erlangen. Wie diese Neuerung angekommen ist und was in Zukunft auf die Kaufleute zukommt, darüber sprach die Kleine Zeitung mit "Aktion 82"-Obmann Martin Sabitzer.
Die Kaufleute verwalten nun ihre Mitgliedsbeiträge nach vielen Jahren wieder selbst. Wie ist diese Neuerung angekommen?
MARTIN SABITZER: Anfangs waren alle begeistert. Das war eine einmalige Chance, uns selbstständig zu machen und näher zusammenzurücken. Aber ich bin persönlich enttäuscht von den Mitgliedern. Am Stichtag, dem 14. Oktober, hatte erst etwa ein Drittel der Kaufleute eingezahlt. Per 24. Oktober waren es etwa 70 Prozent. Dadurch ist für uns alles wieder offen. Denn wenn es am Anfang schon so schleppend geht, fragt man sich, wie es nächstes Jahr wird.
Ist dadurch die Weihnachtsaktion gefährdet?
SABITZER: Nein, die Weihnachtsaktion ist gesichert, die finanziert sich selbst. Und die Stadt hat Werbefläche auf den Losen gekauft. Sie druckt das "Sonnenstadt"-Logo darauf, damit kommt Bürgermeister Gerhard Mock seinem Versprechen nach, uns weiterhin zu unterstützen. Heuer kann noch jeder Lose kaufen, nächstes Jahr dürfen das nur die, die Mitgliedsbeitrag zahlen.
Hat sich etwas an der Zahl der Mitglieder geändert?
SABITZER: Es gibt Betriebe, die jetzt bei uns mitmachen möchten, wie etwa das Tanzcenter von Andy und Kelly Kainz. Aber es hat auch Austritte gegeben.
Was passiert jetzt mit den Beiträgen?
SABITZER: Die Stama wurde beauftragt, einen Marketingplan für heuer zu erstellen. Diese macht das kostenlos. Wir zahlen für die Werbeeinschaltungen. Und ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir einen Ersatz für die Einkaufsnacht brauchen. Was das sein wird und wie wir das finanzieren, müssen wir noch schauen.
War das Aussetzen der Einkaufsnacht heuer ein Nachteil?
SABITZER: Absolut. Eine Sommereinkaufsnacht kann man nicht mehr aufholen. Ich hatte sogar im Betrieb Nachteile. Mehrere Kunden, darunter ein Großkunde, kaufen nicht mehr bei uns, weil sie sagen, ich hätte die Einkaufsnacht abgeschafft. Aber das stimmt nicht, wir hatten ja kein Budget dafür.
Wie geht es nun mit dem Einkaufszentrum Innenstadt weiter?
SABITZER: Wir werden diese Marke nicht forcieren, weil sie nicht uns gehört. Die Marke hat die Stadt seinerzeit entworfen. Wir haben den Eindruck, dass diese eingeschlafen ist und nicht mehr beworben wird. Stattdessen steht die "Sonnenstadt" im Vordergrund. Wir werden weiterhin als "Aktion 82" auftreten.
Was wurde aus der angedachten "Kinderstadt" in St. Veit?
SABITZER: Das ist eine super Idee, die bei der Syntegration entstanden ist. Aber seither war das nie mehr ein Thema.
Wie soll es mit der Kaufmannschaft nun weitergehen?
SABITZER: Es gibt zwei Auswege: Entweder finden die Unternehmer wieder zueinander und stehen hinter der Kaufmannschaft, oder wir legen weiterhin den Retourgang ein und dann gibt es nur noch die Aktionen zu Ostern und zu Weihnachten. Aber dann wird es nicht möglich sein, die Innenstadt ordentlich zu bewerben.













