Hitze bringt die Helfer ins Schwitzen
In Krankenhäusern und bei Notfallsanitätern im Bezirk St. Veit herrscht derzeit Hochbetrieb. Immer mehr junge Leute werden behandelt, weil sie hohe Temperaturen unterschätzen.

Foto © KuhsDer St. Veiter Notfallsanitäter Joachim Rabl und seine Kollegen sind derzeit im Dauereinsatz: "Die meisten Hitzeeinsätze haben wir wegen Kreislaufproblemen"
Das herrliche Sommerwetter, das noch bis zum Wochenende andauern soll, ist leider nicht für jedermann ein Genuss. Viele Menschen vertragen die Hitze nicht und bekommen Kreislaufprobleme. Andere unterschätzen die Sonne und tragen keine Kopfbedeckung oder trinken zu wenig. In den Krankenhäusern St. Veit und Friesach landen derzeit viele "Hitzefälle" und auch die Rettung muss deshalb öfter ausrücken.
Joachim Rabl ist hauptberuflicher Notfallsanitäter und hat viel Erfahrung mit Hitzefällen. "Die meisten Hitze-Einsätze haben wir wegen Kreislaufproblemen, was vermehrt ältere Menschen betrifft", sagt Rabl. Sonnenstiche (Details siehe Kasten rechts) seien eher selten geworden, da die meisten Leute die Sonne bei diesen Temperaturen doch meiden, so Rabl: "Ein Sonnenstich muss aber natürlich ärztlich behandelt werden."
Kinder schützen
Franz Siebert, Leiter und Primarius der Internen Abteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit, hat wegen der hohen Temperaturen auch in seiner Abteilung mehr Fälle als sonst zu behandeln. "Wir behandeln sehr viele ältere Menschen, die wegen der Hitze einen Kreislaufkollaps erleiden. Auch werden schon geschwächte Patienten durch die Hitze zusätzlich belastet", sagt Siebert.
Ganz besonders achtgeben sollte man zu diesen Zeiten auf Kinder. "Diese sollten immer eine Kopfbedeckung tragen, vor allem beim Baden. Kleinkinder haben noch eine sehr dünne Schädeldecke, das Gehirn erwärmt sich sofort und es kann zu einem Hitzeschlag kommen", sagt Siebert.
Aber nicht nur Kinder und ältere Menschen im Bezirk müssen derzeit aufgrund der Hitze ärztlich versorgt werden. "Alle Altersgruppen sind betroffen. Ältere durch ihre meist schon eingeschränkte Herz-Kreislauf-Funktion, Jüngere durch ihre Ignoranz den äußeren Umständen gegenüber und der falschen Selbsteinschätzung", sagt Manfred Krenn, Vorstand der Unfallchirurgie und stellvertretender ärztlicher Leiter im Deutsch-Ordens-Spital Friesach. Auch dort wird ein Anstieg an Notfalleinsätzen verzeichnet. "Wir haben keine genauen Aufzeichnungen, welche eine Differenzierung zwischen ,normalen' Patienten und Hitzepatienten zulassen. Aber sowohl die Interne Abteilung mit stationären Aufnahmen als auch die Unfallambulanz verzeichnen eine über die übliche Frequenz hinausgehende Inanspruchnahme", sagt Krenn. Vor allem nachmittags komme es jetzt öfter zu Unfällen beim Sport oder bei körperlichen Arbeiten. Krenn führt das auf die verminderte Konzentrationsfähigkeit und raschere Ermüdung, die bei Hitze auftreten, zurück. Und manche Menschen müssen nach Alkoholkonsum behandelt werden. Krenn rät daher von Bier als Durstlöscher bei Hitze unbedingt ab.
Features
Notfälle bei Hitze
Sonnenstich. Dabei kommt es zu einer Gehirnschwellung durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Es treten Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit auf
Hitzeschlag. Ein Hitzeschlag ist quasi die Fortsetzung eines Sonnenstichs. Der Körper erhitzt sich auf 40 Grad Celsius, man bekommt Fieber, die Haut trocknet aus und wird rot. Schließlich kollabiert auch der Kreislauf













