Nik P.: "Plattenfirmen hatten kein Interesse"
In den 1990er-Jahren blitzte Nik P. mit Liedern wie "Gloria" und "Ein Stern" ab. Im Sommergespräch mit der "Kleinen Zeitung" sprach der gebürtige Friesacher über seinen ganz persönlichen Weg an die Spitze.

Foto © TraussnigNikolaus Presnik, alias Nik P., ist trotz des Erfolgs auf dem Boden geblieben
Mit "Ein Stern" brach der gebürtige Friesacher Nikolaus Presnik, Künstlername Nik P., den fast 40 Jahre alten deutschen Chart-Rekord von Freddy Quinns "Die Gitarre und das Meer" und erhielt den "Echo" in der Kategorie international. Den Erfolg hat sich der dreifache Vater, der heuer 30-Jahr-Bühnenjubiläum feiert, hart erarbeitet.
Ihr neues Album heißt "Der Junge mit der Luftgitarre". Warum?
NIK P.: Weil ich als Bub lange Haare hatte, schimpften die Leute: "Der schaut aus wie ein Beatle." Ich wusste nicht, was das bedeutet, bis ich eines Tages die Beatles im Fernsehen sah. Weil mir gefiel, wie die auf der Bühne standen, stellte ich mich vor den Spiegel, drehte laut die Beatles auf und spielte die Luftgitarre.
Wann haben Sie Ihre erste richtige Gitarre gekauft?
NIK P.: Von meinem ersten Lehrgeld, das ich als Kellnerlehrling im Hotel Stern in St. Veit bekommen hab. Von da an spielte ich ständig, am liebsten Lieder von John Lennon oder John Denver. Mit meinem Cousin spielten wir in jedem Lokal, das hat richtig gerockt. Später sorgten wir mit unserer Band "The Sixties" 15 Jahre lang auf Festen für Stimmung.
Können Sie sich an Hoppalas bei ihren ersten Auftritten erinnern?
NIK P.: Da gab es viele. Einmal stieß mein Cousin mit dem Fuß an die Snear-Drum und diese fiel hinunter, rollte an mir vorbei auf die Tanzfläche. Ich musste so lachen, dass wir unterbrechen mussten.
Wie entstanden Ihre ersten eigenen Alben?
NIK P.: Mein Album mit Liedern wie "Gloria" oder "Ein Stern" bot ich sämtlichen Plattenfirmen im deutschsprachigen Raum an, aber niemand hatte Interesse, weil meine Musik in keine Schiene passte. Sie war eine Mischung aus Schlager, Rock und Pop. Deshalb habe ich selbst produziert. Das mache ich heute noch. Heute sagen die Produzenten zu Musikern: "Spiel so wie der."
Mit "Ein Stern, der deinen Namen trägt" wurden Sie zum internationalen Star. Wie schafft man es da, auf dem Boden zu bleiben?
NIK P.: Anfangs habe ich das nicht realisiert. Einmal erkannte mich sogar ein DJ in Kenia. Aber wenn man 25 Jahre darauf hinarbeitet, ist man einfach dankbar. Ich bin kein gecasteter Akt. Und ich kenne viele Musiker, die ich bewunderte und die nie berühmt wurden. Deshalb weiß ich, dass ich einfach Glück gehabt habe.
Für wen haben Sie "Ein Stern" geschrieben?
NIK P.: Einst als Kellner am Wörthersee war ich verliebt, aber die Liebe musste geheim bleiben. Eines Abends saß ich mit ihr am See und schaute in die Sterne. Ich zeigte ihr einen Stern in der Nähe des großen Wagens und sagte: "Dieser Stern trägt deinen Namen und egal wo du bist, wenn wir den Stern anschauen, bin ich bei dir." Jahre später fiel mir das ein und ich schrieb das Lied.
Heute leben Sie mit Lebensgefährtin Gaby in Salzburg. Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?
NIK P.: Zu Hause stehe ich gegen 7.30 Uhr auf, frühstücke und gehe ins Studio. Nachmittags wird im Garten gearbeitet oder wir gehen spazieren. Unterwegs verbringe ich mein halbes Leben im Auto.
Welche Musik hören Sie privat?
NIK P.: Schlager so gut wie nie, sondern Rock, am liebsten Queen. Aber auch die Neuen gefallen mir, wie Pink oder Lady Gaga.
Welches Gefühl ist es für Sie, in Friesach aufzutreten?
NIK P.: Es ist was Geiles, dort zu spielen, wo ich einst beim Höferer meine ersten Auftritte hatte. Heute ist halt das Publikum nicht mehr so nahe.
Features
Zur Person
Name. Nikolaus Presnik
Geboren am 6. April 1962, aufgewachsen in Friesach und Straßburg, vier Geschwister, erstes eigenes Tonstudio in Teufenbach, heute lebt er in Salzburg
Familie. Lebensgefährtin Gaby, Kinder Stephanie (22), Sabrina (17) und Niklas (8)
Neuestes Album. "Der Junge mit der Luftgitarre" (6. Mai 2011)
Wordrap
Mein Lieblingsplatz in Kärnten: der Wörthersee
Mein neues Album: ist persönlich
Lampenfieber: habe ich immer
Traum-Auftrittsort: Teufenbach
Lieblingslied: "What a wonderful world" von Louis Armstrong
Eigenes Lieblingslied: Vom neuen Album "Spiegel an der Wand"
Diese CD habe ich zuletzt gekauft: Meine eigene. Ich hatte sie vergessen und brauchte sie dringend
Diesen Künstler würde ich gerne treffen: Michael Jackson, leider ist das nicht mehr möglich
Mit diesem Musiker würde ich gerne auftreten: Robbie Williams
Nächste Auftritte
Jubiläumstournee. Nächste Termine der Jubiläumstournee:
22. Juli. Friesach, Open Air
23. Juli. St. Oswald, Wenn di Musi spielt Open Air
20. August. Großes Jubiläums-Open Air in Teufenbach
11. Dezember. Weihnachtskonzert, Messearena Klagenfurt
Fanpage. www.off-nikpundband-fanzentrale.com













