Nächste Kärntner Druckerei insolvent
In nur zwölf Monaten sind acht Kärntner Druckereien in die Insolvenz geschlittert. Am Freitag traf es die Glandruckerei Marzi in Sankt Veit. Das Unternehmen ist mit 316.000 Euro überschuldet.

Foto © Fotolia
Mit der Glandruckerei Sankt Veit schlitterte am Freitag die achte Kärntner Druckerei in nur zwölf Monaten in die Insolvenz. Die Firma ist laut KSV von 1870 mit 316.000 Euro überschuldet. Jetzt läuft das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung mit 30-Prozent-Quote. 36 Gläubiger sind betroffen.
"Von zwei meiner neun Mitarbeiter muss ich mich verabschieden", sagt Inhaber Meinhard Marzi. Seit 2008 seien die Umsätze gesunken, da "die Druckauflagen und auch deren Umfang zurückgehen". Vor erst drei Wochen wurde die Klagenfurter Druckerei Print-X-Press, bei der Marzi Hauptgesellschafter war, geschlossen. "Positiv für unsere Zukunft ist, dass wir es geschafft haben, die dortigen Kunden nach Sankt Veit mitzunehmen", sagt Marzi. Die Gesamtsituation der Branche sei aber bedrückend, was Fachgruppenobmann Armin Kreiner bestätigt: "Unser Wirtschaftszweig hat eine jahrzehntelang aufgebaute Überkapazität und Österreich die höchste Druckereiendichte Europas." Viel Geschäft geht an Internet-Druckereien verloren.
Verhandlungen mit Gewerkschaft
Die Kosten - im Vorjahr wurden die Papierpreise drei Mal um sechs bis acht Prozent erhöht - könnten nicht weitergegeben werden. Mit der Gewerkschaft verhandle man über eine Kollektivvertrags-Änderung für die Drucker, da die Mitarbeiter "sehr teuer" kämen, so Kreiner. "In den nächsten Jahren kommt es sicher zu einer Marktbereinigung." Daher solle man mehr auf Beratung setzen. "Auch Kooperationen, von der Einkaufsgenossenschaft bis zu gemeinsamer Maschinennutzung, sind zu überlegen", so der Innungsmeister.











