"Der Schülerrückgang ist im Bezirk stark"
Neo-Bezirksschulinspektor Franz Fister (49) im Gespräch mit der Kleinen Zeitung über die Neue Mitteschule, Klassenreduktionen und warum die HS Klein St. Paul zur Expositur wird.
S ie sind seit 1. März Bezirksschulinspektor. Haben Sie sich schon eingelebt?
FRANZ FISTER: Ja, ich bin schon heimisch geworden. Ich habe alle Stammschulen besucht und mit den Bürgermeistern Kontakt aufgenommen. Ich bin herzlich aufgenommen worden.
Sie haben angekündigt, ein Hauptaugenmerk auf die Neue Mittelschule zu legen. Welches Bild haben Sie vom Schulversuch im Bezirk gewonnen?
FISTER: Es herrscht große Zustimmung. Eine Evaluierung hat gezeigt, dass die Zufriedenheit seitens der Eltern teilweise bei 100 Prozent liegt. Dieser Schulform gehört die Zukunft. In den nächsten drei bis vier Jahren werden auch die restlichen Hauptschulen im Bezirk Neue Mittelschulen werden.
Gibt es auch Probleme?
FISTER: Die neue Lernkultur braucht ihre Zeit. Vieles muss wachsen. Was die Integrationsklassen betrifft, so werden die Ressourcen leider immer weniger. Was fehlt, ist die Altersdurchmischung bei den Pädagogen in den Pflichtschulen. Der Lehrkörper ist 50plus. Aber die Lehrer stellen sich der neuen Aufgabe. Die Kooperation mit den Kollegen aus den höheren Schulen funktioniert gut.
Stichwort Schülerzahlen. Wie ist die Entwicklung?
FISTER: Wir haben im Bezirk einen starken Schülerrückgang. Deshalb verlieren wir im kommenden Schuljahr auch Klassen. In den Volksschulen sind es acht, in den Hauptschulen sind es sechs Klassen weniger.
Welche Schulen sind konkret betroffen?
FISTER: Bei den Volksschulen sind Brückl, Guttaring, Kappel, Kraig, Liebenfels, St. Georgen und St. Veit betroffen, bei den Hauptschulen Althofen, Friesach, St. Veit und Straßburg.
Welche Veränderungen gibt es noch?
FISTER: Die Expositur in Wieting wird aufgelöst. In Hüttenberg wird die Hauptschule der Volksschuldirektion zugeordnet, dort entsteht ein Bildungszentrum. Die Hauptschule in Klein St. Paul wird eine Expositur der Hauptschule Brückl.
In Klein St. Paul gibt es aber keine Klassenkürzung. Warum wurde dieser Schritt gesetzt?
FISTER: Die Hauptschule wird zur Expositur, weil die Schülerzahl unter 90 fällt.
In Hüttenberg entsteht das zweite Bildungszentrum im Bezirk. Werden weitere folgen?
FISTER: Das ist zurzeit kein Thema. Und ich glaube auch nicht, dass das die Zukunft sein wird. Ich halte an der Neuen Mittelschule fest.
Wie stehen Sie eigentlich Exposituren gegenüber?
FISTER: Exposituren gehen in Ordnung. Ich kann eine solche aber nicht mehr mittragen, sollte es an der Stammschule zu einer Verschlechterung kommen. Wenn es an dieser zum Abteilungsunterricht käme, wäre das ein pädagogischer Rückschritt.
Was hat sich für Sie persönlich in Ihrer neuen Funktion geändert?
FISTER: Es ist eine andere zeitliche Belastung. Die Ferien, die ich bis jetzt hatte, habe ich nicht mehr. Der Arbeitstag dauert länger, ich habe auch Abendveranstaltungen.
Welches Credo heften Sie sich bei ihrer Arbeit auf die Fahne?
FISTER: Ich will die Urform des Inspektors rüberbringen, pädagogischer Begleiter und Berater sein. Ich möchte dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen in den Schulen stimmen.
Features
FAKTEN
Weniger Klassen. Im kommenden Schuljahr gehen im Bezirk St. Veit in Volksschulen und Hauptschulen (HS) Klassen verloren. Folgende Volksschulen sind betroffen: Brückl (eine Klasse), Guttaring (2), Kappel am Krappfeld (1), Kraig (1), Liebenfels (1), St. Georgen am Längsee (1), St. Veit Volksschule 1 (1). Betroffene Hauptschulen: Althofen (1 Klasse), Friesach (1), St. Veit Hauptschule 1 (3) sowie Straßburg (1)
Exposituren. Die Expositur in Wieting wird aufgelöst. Die HS Klein St. Paul wird zur Expositur der HS Brückl. Der Grund dafür: Die Schülerzahl fällt unter 90
Schulzentrum. In Hüttenberg entsteht ein Schulzentrum. Die Hauptschule wird der Volksschuldirektion zugeordnet













