Gemeinden investieren Extra-Geld in Straßen
Heuer fließen um 1,15 Millionen Euro mehr an Bedarfszuweisungen in den Bezirk als im Vorjahr. 15 von 20 Gemeinden erhielten Bonus. Geld kommt auch Vereinen und Schulen zugute.
Insgesamt gibt es heuer für die Gemeinden im Bezirk St. Veit um 1,15 Millionen Euro mehr an Bedarfszuweisungen (BZ) als noch im Vorjahr. Investiert wird diese Summe, die durch höhere Ertragsanteile des Bundes und Bonuszahlungen zustande kam, vorwiegend in den Straßenbau.
"Landesrat Josef Martinz hat heuer erstmals ein System eingesetzt, bei dem jede Gemeinde, die ausgeglichen budgetiert, einen Bonus bekommt", sagt Landtagsabgeordnete Claudia Wolf-Schöffmann (ÖVP). Fünf Prozent mehr an Bedarfszuweisungen gibt es für diese Gemeinden und zusätzlich 10.000 Euro als Strukturbonus. Dies dürfte ein Anreiz gewesen sein, zu sparen. Denn während 2010 noch zwölf von 20 Gemeinden im Bezirk einen Abgang im Budget aufzuweisen hatten, sind es 2011 nur noch fünf (die Kleine Zeitung berichtete). In Metnitz etwa, wo man ein Minus von 324.600 Euro ausgleichen konnte, werden die 410.000 Euro unter anderem in ein Verkehrsleitsystem sowie in Energiemonitoring für die Straßenbeleuchtung gesteckt.
"Heuer ist das meiste verplant. Aber nächstes Jahr kann dadurch der Gemeinderat über den Großteil der BZ-Mittel frei verfügen", sagt Bürgermeister Anton Engl-Wurzer. In den meisten Gemeinden will man mit dem Geld Straßen sanieren. "Bei uns werden die BZ-Mittel unter anderem für die Verlegung der Zollfeld Straße und die Trigonale verwendet", sagt Fritz Orasch, Pressesprecher der Stadt St. Veit.
Für Kinder und Musik
Dort ist ebenso wie in vielen anderen Gemeinden ein Großteil der BZ-Mittel bereits gebunden. So auch in Kappel am Krappfeld. Bürgermeister Martin Gruber: "Und ein Teil wird in den Abgang, den der Kindergarten aufweist, investiert." In Althofen wurde ein Teil der Gelder ebenfalls verplant, etwa für den Bau des Hauses der Musik.
Frauensteins Bürgermeister Karl Berger will einen Teil des Geldes in den Ausbau des Schulzentrums investieren, der Rest muss, ebenso wie etwa in Straßburg, erst aufgeteilt werden. In Eberstein benötigt Bürgermeister Andreas Grabuschnig die 430.000 Euro heuer dringend für Hochwasserschutzprojekte sowie für den Rüsthaus-Neubau.
Und noch nicht abgeschlossen sind die BZ-Verhandlungen in Liebenfels. Bürgermeister Klaus Köchl: "Wir haben die Rechnung für den Umbau der Volksschule Sörg später bekommen und können daher erst jetzt verhandeln." Nicht ganz einverstanden mit den BZ-Mitteln in der Höhe von 276.000 Euro ist Micheldorfs Gemeindechef Heinz Wagner: "Das sind genau um die 90.000 Euro mehr, die wir im Vorjahr Minus hatten. Also hat uns der Bonus nichts gebracht." Wolf-Schöffmann erklärt: "Natürlich hat Micheldorf auch den Bonus bekommen. Dass es genau 90.000 Euro sind, ist Zufall. Außerdem bekommt die Gemeinde zusätzlich 400.000 Euro für den Bau des Kulturzentrums."
Für Vereine und Feuerwehr
Auch für jene fünf Gemeinden, die es nicht geschafft haben, ausgeglichen zu bilanzieren, gibt es dank gestiegener Ertragsanteile des Bundes mehr BZ-Mittel. In Glödnitz und Deutsch-Griffen, wo man das Minus immerhin halbieren konnte, sind Straßensanierungen geplant. Deutsch-Griffens Bürgermeister Hans Prodinger: "Denn ohne Infrastruktur ist es schwer, die Leute in der Gemeinde zu halten. Außerdem haben wir viele Vereine, die wir unterstützen wollen." Der Glödnitzer Gemeindechef Hans Fugger muss die Friedhofserweiterung finanzieren.
Und Hüttenbergs Gemeindechef Josef Ofner freut sich, obwohl dort das Minus nicht kleiner wurde, ebenfalls über ein Plus an BZ-Mitteln: "Wir brauchen das Geld etwa für ein neues Fahrzeug der FF Hüttenberg und unser Schulzentrum."













