Ein Käfer plagt die Forstwirtschaft
Die warme und trockene Wetterlage lässt Borkenkäfer heuer früher aktiv werden. Forstleute im Bezirk St. Veit befürchten, dass es in diesem Jahr zu einer größeren Population kommen könnte.
Es ist des einen Freud und des anderen Leid. Während sich Sonnenhungrige über die sehr warmen Temperaturen freuen, bereitet das frühe "Sommer-erwachen" den Forstleuten im Bezirk Kopfzerbrechen - und zwar in puncto Borkenkäferbefall. In diesem Jahr ist mit größeren Schäden zu rechnen.
Das warme und trockene Wetter sorgt dafür, dass der Borkenkäfer früher aktiv wird. "Pro Jahr gibt es zwei Generationen von Borkenkäfern. Heuer muss eine Dritte befürchtet werden", sagt Gottfried Ronijak, Leiter der Bezirksforstinspektion.
Aufmerksame Waldbesitzer
Zum jetzigen Zeitpunkt besonders betroffen sei Oberkärnten, auch in Feldkirchen sehe die Lage nicht gut aus. In den Wäldern des Bezirkes St. Veit - diese erstrecken sich auf rund 104.000 Hektar - ist die Lage im Vergleich dazu noch nicht so dramatisch. "Bislang schaut es noch gut aus. Wir haben im Bezirk eine sehr gute Waldgesinnung", sagt Ronijak und lobt, dass die Waldbesitzer laufend ihren Forst beobachten. Das erleichtere auch die Arbeit der Bezirkshauptmannschaft (BH). "Denn die BH wird personell ausgehungert. Das hat auch die Forstwirtschaft zu spüren bekommen. Wir haben in den vergangen 15 Jahren 42 Prozent des Personals verloren", so Ronijak.
Ein Phänomen, das in den vergangenen Jahren erstmals aufgetreten ist, beschäftigt auch heuer die Forstleute: Die Krone eines vom Borkenkäfer befallenen Baumes ist grün, die Rinde fällt aber bereits ab. Der Befall wird so erst viel später entdeckt. Das hat schwere Folgen: Die Befallsflächen und somit der Schaden sind größer. "Den Grund für diese Erscheinung kennt man noch nicht", sagt Ronijak.
Erfreulich sei aber die Situation in Sachen Schneebruch. "In diesem Winter ist der Schneebruch weitestgehend ausgeblieben. Es gab nur vereinzelte Fälle", so der Bezirksforstinspektor und er fügt hinzu: "Schlimm ist es dann, wenn der Schnee sehr früh oder sehr spät kommt. Im Vorjahr war das im Dezember der Fall."
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FAKTEN
Beseitigt. Mehr als drei Jahre nach Sturmtief "Paula" sind im Bezirk St. Veit nahezu alle Spuren beseitigt. Laut Gottfried Ronijak, Leiter der Bezirksforstinspektion, gebe es nur mehr wenige Problemfälle. Zu 99 Prozent seien die Wälder aufgearbeitet und aufgeforstet.
Betroffen. Gemeinden Metnitz und Deutsch-Griffen. Im Bezirk St. Veit gab es damals eine Gesamtschadholzmenge von rund 660.000 Festmetern.














