"Holzfäller" beißt sich durchs Tal
Die Renaturierung der Glan zwischen St. Veit und Feldkirchen machte es möglich, dass sich dort wieder der Biber ansiedelte. Die Kleine Zeitung machte sich auf die Suche nach dem scheuen Nager.
Klatsch! Ein Schlag ins Wasser ist zu hören, Wellen sind zu sehen. Das ist das Biber-Erlebnis, das Spaziergänger nach Einbruch der Dunkelheit an der Glan zwischen St. Veit und Feldkirchen erleben können. Gute Beobachter bemerken auch ange-nagte Baumstämme und gefällte Bäume.
Der scheue Biber ist zurück (die Kleine Zeitung berichtete). Wir haben uns jetzt zu Frühlingsbeginn auf die Suche nach dem Nager gemacht. "Seit etwa 2005 ist der Biber entlang der Glan nachweisbar", sagt Dietmar Streitmaier von der Natur und Wildstation Kärnten. Gerald Muralt, Wildbiologe der Kärntner Jägerschaft, erklärt genauer: "Der Biber ist, so die wahrscheinlichste Theorie, über Slowenien wieder bei uns eingewandert. Er ist im Raum Wörthersee, Ossiacher See und im Glantal wieder heimisch." Positiv beeinflusst wurde die Rückkehr dieses Säugetieres durch die Renaturierung von Fließgewässern. Mit der Wasserqualität stieg auch der Fischreichtum. Dadurch konnten sich auch andere Tierarten, wie Schwarzstorch und Eisvogel ansiedeln (siehe Bericht rechts).
Baumriesen gefällt
Während diese Tiere Fische jagen, tut der Biber das nicht. Der frisst Feldfrüchte und fällt Bäume. "Es war ein Irrglaube der Menschen im 19. Jahrhundert, dass der Biber fischt. Während der Fastenzeit galt der Biber als Fischersatz bei katholischen Christen. Auch deshalb wurde dieses Säugetier bei uns ausgerottet", sagt Muralt.
Tatsächlich ist der Biber ein Tier, das seinen Lebensraum selbst gestaltet. Er legt einen Bau an, der Eingang befindet sich immer unter der Wasseroberfläche. Sinkt der Wasserpegel, staut er durch die von ihm angelegten Dämme das Wasser wieder so weit auf, dass er seinen Bau bewohnen kann.
Selbst Baumriesen mit eineinhalb Meter Stammdurchmesser fällt der Nager. Das Untergraben von Dämmen und Böschungen macht den Biber für manche Grundbesitzer zum Problem. Dem neuen Schutzdamm im Glantal werden die Tiere aber nichts anhaben. "Der Biber gräbt nur, wo Wasser steht", so Muralt.
Ein Spaziergang entlang der Glan kann zum Abenteuer werden. In den frühen Morgen- und Abendstunden regt sich wieder was im Wasser. Das war nicht immer so. "Man kann sagen, die Glan und die angrenzenden Flächen beginnen, sich von dem zu erholen, was die Menschen über Jahrzehnte angerichtet haben", sagt Streitmaier.
Features
LEBENSRAUM GLAN
Biber. Der Nager ist wahrscheinlich über Slowenien zu uns gekommen. Er ist im Raum Wörthersee, Ossiacher See und dem Glantal wieder anzutreffen
Fische. Rund 30 Fischarten sind in der Glan wieder heimisch. Darunter befinden sich Edelfische wie die Äsche und die Kärntner Urforelle
Eisvogel. Eine Brut im Glantal ist noch nicht nachgewiesen. Es ist aber möglich, dass der Eisvogel am Zollfeld brütet
Schwarzstorch. Fünfmal mehr Schwarzstorchbrutpaare als Weißstorchbrutpaare leben derzeit in der Region












