Sie sind seit 50 Jahren gut "behütet"
Mit einer Reihe von Projekten und Veranstaltungen begehen die Liebenfelser Bänderhutfrauen ihr 50-jähriges Bestehen. Und dieses ist "dufte" - dreht sich doch alles um den Lavendel.

Foto © PrivatEs ist Marktzeit. Die Liebenfelser Bänderhutfrauen im Jahr 1985 auf dem St. Veiter Wiesenmarkt
Seit 50 Jahren gibt es die Bänderhutfrauen in Liebenfels. "Anlässlich unseres runden Jubiläums steht das ganze Jahr über die Pflanze Lavendel im Mittelpunkt", sagt Obfrau Waltraut Brandhuber.
Die Heil- und Gewürzpflanze helfe nicht nur gegen Motten, sondern werde auch in der Küche sehr gerne verwendet, sagt Pressesprecherin Birgit Rauch: "Auch in der Kosmetik und zum Dekorieren von Häusern wird sie gerne hergenommen." Noch bis Ende März ist die Damenrunde damit beschäftigt, Lavendel-Kosmetik anzufertigen.
Römer und Kelten
Den Auftakt zum Jubiläumsjahr bildete Anfang Februar die Jubiläumsjahreshauptversammlung der Bänderhutfrauen im Kulturwirtshaus "Zur Zechnerin". Ein weiteres Projekt, das sich die Damen heuer vorgenommen haben, ist die Freilegung eines Römersteins im Ortszentrum an der Ossiacher Bundesstraße. Weiters wurden zwei Vorträge organisiert. Am 11. April referiert Erich Wappis, Leiter des Kärntner Landesmuseums, im örtlichen Pfarrzentrum über "Die Römer und Kelten". Doris Folda spricht am 6. Juni über "Aromatherapie mit Lavendel". Mit einem großen Jubiläumsfest am 24. und 25. September gehen dann die Feierlichkeiten zu Ende.
Gefeiert haben die Bänderhutfrauen bereits vor 50 Jahren. Im Februar 1961 ging nämlich die Gründungsfeier im Zuge der Gründung der Dorfgemeinschaft Liebenfels über die Bühne. Ins Leben gerufen wurde der Verein damals von Ludwig Schöffmann. Auf Gründungsobfrau Marlies Kogler folgten Edeltraud Kernmaier und Waltraut Brandhuber, welche bereits seit 25 Jahren an der Spitze steht.
Wollstoff und Goldlitze
"Eine unserer Kernaufgaben ist es, unseren Bänderhut in Würde zu tragen und die Tradition in Ehren zu halten", sagt die Obfrau. So sind die 48 Frauen im Alter von 45 bis 90 Jahren rund zehnmal pro Jahr mit ihren schmucken Trachten im Einsatz - ob bei Maiandacht, Palmbuschenweihe oder Erntedankfest. Nicht fehlen darf dabei das passende Gewand, die Glantaler Festtagstracht aus Wollstoff, Oberteil mit Samtband und Goldlitze sowie Seidenschürze, und natürlich der Glantaler Bänderhut. "Eine unserer Hauptaufgaben ist das Renovieren von alten Marterln, damit diese nicht verfallen", sagt Obfrau-Stellvertreterin Josefine Lungkofler.
Und auch karitativ sind die Damen aus dem Glantal tätig. Wenn in der Gemeinde ein Wohnhaus brennt, stellen die Bänderhutfrauen innerhalb von 24 Stunden 700 Euro bereit und sorgen für Lebensmittel, Kleidung und Einrichtungsgegenstände, um die Not der Brandopfer zu lindern.
Features
Bänderhutfrauen
Gegründet. Im Jahr 1961 von Ludwig Schöffmann
Vereinsmitglieder. Derzeit 48. Im Gründungsjahr waren es 35
Obfrauen. Marlies Kogler, Edeltraud Kernmaier und Waltraut Brandhuber
Weitere Veranstaltungen. Am 9. April findet auf dem Liebenfelser Hauptplatz eine Lavendel-Börse statt. Bei dieser wird Lavendel zum Auspflanzen angeboten. Voranmeldung erbeten (bei jeder Bänderhutfrau möglich). Am 11. April wird gemeinsam mit Schülern der Volksschule Liebenfels Lavendel gepflanzt. Am 2. Mai Maiandacht beim Radelsdorfer-Kreuz











