Streit um Bons für das "Seniorentaxi"
Betrunkenes Mädchen in St. Veit besaß Gutschein, der für Pensionisten gedacht ist. Nun sollen soziale "Härtefälle" genauer kontrolliert werden.
Zu einer heftigen Diskussion um Taxibons für Senioren kam es Mittwochabend im Rahmen der St. Veiter Gemeinderatssitzung. Der zuständige Sozialstadtrat Herwig Kampl (FPK) geriet unter Beschuss. Künftig sollen "Härtefälle" in der Stadtratssitzung behandelt werden.
"Ich bin dafür, dass du wegen Amtsvergehens angezeigt wirst und dass dir das Sozialreferat entzogen wird", wetterte Gemeinderat Ernst Sternad (SPÖ) gegen das Vorgehen Kampls. Ihm wurde vorgeworfen, er habe die zuständigen Stadtmitarbeiter angewiesen, die Bons ohne Meldung im Sozialausschuss auszugeben. "Aufgefallen ist uns das, weil eine junge Dame betrunken im Taxi mit den Bons zahlen wollte", so Mock. Kampl kontert, er habe Bons nur an "Härtefälle" ausgegeben: "Und ich werde weiterhin dafür sorgen, dass solche Menschen diese bekommen."
Mitarbeiter schützen
Dies sei grundsätzlich nicht das Problem, so Bürgermeister Gerhard Mock. Wenn es "Härtefälle" gebe, sollen künftig die Ausschussmitglieder informiert werden, dann erhalte die jeweilige Person Gutscheine. Denn, so Mock: "Sonst bringt man Mitarbeiter der Stadt, die korrekt handeln, in eine blöde Situation. Denn diese leisten natürlich den Anweisungen des zuständigen Stadtrates Folge."
Die Bons gibt es seit 1999. Weil diese oft an Dritte weitergegeben wurden, wurde 2008 der Ausweis eingeführt. Da man dabei aber auf einige Senioren vergessen hatte, kam es trotzdem vor, dass Leute, die die Gutscheine zu Recht besaßen, keinen Ausweis hatten. Dies sei mittlerweile erledigt, so Mock. Derzeit gibt es Bons um 2,40 Euro (Zone 1 Innenstadt) und 3,60 Euro (Zone 2 äußere Stadt), wovon jeweils zwei beziehungsweise drei Euro die Stadt und den Rest der jeweilige Taxiunternehmer zahlen.













