Vom ewigen Gefühl der Stillen Nacht
Der Heilige Abend ist der wohl magischste aller Tage im Jahr: Drei Generationen erzählen von frohen Weihnachten und einem "ewigen Gefühl".
Wenn's ums Gefühl geht, war früher gar nicht alles so anders. Ja, die Geschenke fehlten, der Weihnachtsmann auch, und in den meisten Häusern fehlte das Geld für Christbaumschmuck. Aber selbst die Kinder des Zweiten Weltkrieges feierten Weihnachten gar nicht so viel anders als heute. Die Stille Nacht ist nicht mehr und nicht weniger als ein "ewiges Gefühl" .
"Wir waren die bravsten Kinder vom ganzen Jahr", sagt Theresia Haberl (84) aus St. Veit. Wenn der 24. Dezember anbrach, mussten sie zur Großmutter ins "Ausnahm", um auf das zu warten, was sie gar nicht erwarten konnten: dass das Christkind kam. "Und mein Vater legte einen Bund Heu vor die Türe. Denn je größer der Ballen, desto länger hat der Esel gefressen. Dann lädt das Christkind mehr Geschenke ab. Damals ist noch der Esel mit dem Christkind gekommen", sagt Haberl, die in Niederösterreich aufwuchs. Deren Mann Josef ist 88 und in St. Veit aufgewachsen. Auch bei ihm gab es einen Christbaum. "Da waren Kerzen, Silberstreifen, Engelhaar und Sternspritzer drauf. Einen richtigen Schmuck haben wir uns nicht leisten können", sagt Josef Haberl, der kaum ein Geschenk unterm Christbaum vorfand. "Spielzeug gab es überhaupt nicht", sagt Josef Haberl. Aber ein paar Strümpfe oder Schuhe waren dann schon unterm Baum. Gefreut hat man sich auf die Stimmung und noch etwas anderes: "Die Eltern haben für uns Zeit gehabt." Bei Theresia Haberl gab's auch Geschenke. Und davor hat sie immer gezittert. "Vor lauter Aufregung", sagt sie. Der Ablauf war bei beiden gleich: Das rituelle "Anzünden" des Christbaumes, beten und das Singen des ewigen Liedes "Stille Nacht".
Wenn es dämmrig wird . . .
Nicht viel anders war der Ablauf bei Otto Kuhs, der 51-jährige Frontmann der "Ontörner" kann sich noch gut erinnern: "Wir sind mit dem Vater zu Weihnachten immer auf den Lorenziberg zum Rodeln gegangen. Dass die Mutter nicht mit war, ist nie aufgefallen." Bescherung gab es, wenn es diesig wurde. "Dann hat das Christkind mit der Glocke geläutet. Der Christbaum war alle Jahre gleich geschmückt. Ich kenn' den Schmuck noch auswendig", sagt Kuhs. Und immer ist gesungen worden. "Wir waren sehr gute Sänger bei uns zu Hause", sagt der "Ontörner". Und so verwundert es nicht, wenn "Klein-Kuhs" schon sehr früh zur Gitarre griff. "Gespielt habe ich ,Stille Nacht' und ein paar Standardlieder", sagt er. An ein Geschenk und seine schönsten Weihnachten kann er sich noch gut erinnern: "Ich hab' Schi bekommen, aber es lag kein Schnee. Mit den Schi ohne Schnee konnte ich nicht viel machen, wir sind ja nirgendwo hingefahren. Auf den Kogelnig-Riegel sind wir hin. Und am Christtag hat's dann wirklich geschneit", freut sich Kuhs noch heute.
Groß ist die Freude auch bei Jessica (11) und Alexander (8) Popodi aus St. Veit. Sie freuen sich auf die Geschenke, wie kann es anders sein. Und wie bei den "älteren" Generationen feiern auch sie Weihnachten: Das Christkind läutet, alle schreiten ins Christbaumzimmer und dann wird gesungen. Alex rennt immer als Erster ins Christbaumzimmer. Gefeiert wird mit den Eltern Rudi und Vekrije sowie den Großeltern Stefan und Margarethe Popodi. Da sind alle drei Generationen versammelt und feiern Weihnachten wie sie es kennen - als "ewiges Gefühl".














