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Zuletzt aktualisiert: 03.12.2010 um 20:17 UhrKommentare

Eine dunkle Zeit der wunderlichen Gesellen

Krampus, Bartl und der heilige Nikolaus: Die Adventzeit ist nicht nur die dunkelste Zeit im Jahr, sondern auch die an Bräuchen reichste - auch in St. Veit werden diese hochgehalten.

Das Jahr schnauft dunkel und kalt seinem Ende entgegen: Es ist die Zeit der wundersamen Bräuche, der finsteren Gesellen und der wohl schönsten Feste im Jahr. Wenn der Andreastag am 30. November einmal vorbei ist, hat die Adventzeit begonnen. Perchten, Nikolo und die Wilde Jagd sind dieser Tage die Hauptdarsteller.

"Wenn wir vom Krampus sprechen, reden wir von der Zeit um den 5. und 6. Dezember. Vom Thomastag am 21. Dezember weg tummeln sich die Perchten", sagt Brauchtumsexperte Wolfgang Lattacher. Am heutigen Barbaratag lädt zum Beispiel das Café Kiebitz in Althofen zur Perchtenshow mit den "Norischen Perchten". Für Lattacher sind das "Gäste", die sich ankündigen, aber erst in die Zeit ab dem Thomastag gehören.

Fast jeder Tag im Advent birgt ein anderes Brauchtum: Am heutigen Barbaratag ist es Brauch, Kirschzweige zu schneiden und in eine Blumenvase zu stellen. Blühen die Zweige bis Weihnachten, wird das als gutes Zeichen für die Zukunft gesehen. Der heiligen Barbara geweiht sind in Kärnten vier Kapellen, darunter die Barbarakapellen in Lölling und Hüttenberg.

Bischof aus Myra

Der 6. Dezember ist der Tag des heiligen Nikolo. Der Brauch wird auch im ganzen Bezirk hochgehalten: So zieht morgen, 5. Dezember, der Nikolo im Friesacher Fürstenhof ein. Ebenfalls am Sonntag ziehen in St. Veit Krampus und Nikolo ab 19 Uhr durch die Straßen. Die große Beliebtheit des heiligen Nikolaus, einem Bischof aus dem vierten Jahrhundert, der in der Stadt Myra in der heutigen Südwesttürkei lebte, zeigt sich in den vielen Kirchen, die ihm geweiht wurden. In der Diözese Gurk sind ihm 45 Kirchen und Kapellen geweiht. Im Bezirk St. Veit sind dies zum Beispiel die Pfarrkirchen Straßburg und jene in Oberhof im Metnitztal (siehe Fastentuchausschnitt auf dem Foto unten).

Der Natur ausgesetzt

Die Weihnachtszeit ist auch gerade deshalb eine so mit Brauchtum beladene Zeit, weil das Jahr seiner dunkelsten Stunde entgegeneilt: So tief wie am 21. oder 22. Dezember steht die Sonne mittags sonst nie. Vor noch 100 Jahren oder gar im Mittelalter oder früher waren die Menschen der Unbill der Natur noch wirklich ausgesetzt. Heute ist für einen vollen Bauch der Supermarkt, nicht mehr der eigene Acker zuständig. Viele Bräuche haben auch mit dem eigenen Glück zu tun. "Mit der Andreasnacht beginnt das Hineinschauen in die Zukunft", sagt Lattacher. Ein Brauch für unverheiratete Frauen ist das "Zaunstecken". Der Chef des Kärntner Brauchtumsverbandes, Lattacher, weiß auch wie das funktioniert: "Es geht darum, wie der zukünftige Mann aussehen wird. Man hat eine Zahl gesagt, zum Beispiel acht, dann hat die junge Frau rausgehen müssen und den achten Zaunstecken angeschaut. War der morsch und alt, würde so auch der zukünftige Mann aussehen." Ein Ende dieser Zeit markiert der 6. Jänner, der Dreikönigstag. Dieser Tag ist zugleich das Ende der Rauhnächte, die am 21. Dezember, dem Thomastag, beginnen.

ANDREAS KANATSCHNIG

KRAMPUS-UMZÜGE

St. Veit. Wie immer, ein großes Spektakel: am 5. Dezember, 19 Uhr. Über 40 Gruppen starten in der Villacher Straße. Am Hauptplatz finale Show.

Althofen. Am Hauptplatz Alt- hofen heute, 4. Dezember, ab 19 Uhr Perchtenshow mit den "Norischen Perchten".

Friesach. 5. Dezember, ab 18 Uhr Nikoloeinzug am Christkindlmarkt im Fürstenhof.

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